Ausgabe Jan. 2010

20/01/2010 19:58

 Verantwortlich für den Inhalt:

Oncken: Agentur für Kommunikation

Klaus Rösler

Postfach 200 152

34080 Kassel

Liebe Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen der Gemeindebriefe,

 

die meisten Meldungen in dieser Nachrichtenzusammenstellung betreffen in diesem Monat das Ausland – vor allem auch wegen des schrecklichen Erdbebens von Haiti. Wie immer: Es dauert nicht lange, bis die internationale Hilfswelle angelaufen ist. Wir Baptisten haben allerdings in dem Fall keinen langen Anreisewege. Auch in Haiti leben Baptisten – und stellen ihre Strukturen zur Verfügung, damit die Nothilfe wirklich ankommt, auch wenn sie selber betroffen sind. Bei allem Mitleid, auch im positiven Sinn, sollte nicht vergessen werden, dass in Algerien und Malaysia Christen massiv bedrängt werden. Doch am schlimmsten sieht es wohl in Nordkorea aus, wie das Hilfswerk Open Doors gerade berichtet hat. Alles gute Anliegen zur Fürbitte.

 

Nachrichten, die positiv Stimmen, kommen aus dem Jemen: von der entführten Familie aus Sachsen gibt es erste Lebenszeichen. Die säkulare Presse ist voll von Berichten darüber, dass die Entführer Lösegeld fordern. Ich habe diese Meldung noch nicht mit aufgenommen, weil sich die Entwicklungen überschlagen. Derzeit gibt es die Forderung, für die Freilassung der deutschen Geiseln islamische Terroristen frei zu lassen. Was ich heute berichte, kann morgen überholt sein. Wer eine Notiz über den aktuellen Sachstand haben möchte, um im Gemeindebrief darüber zu berichten, klicke bitte die Seite oncken.de an. Unter den „News“ finden sich immer auch aktuelle Nachrichten aus dem Jemen. Die könnt Ihr gerne – kostenlos – übernehmen.

 

Euer Klaus Rösler

 

 

Gebetswoche in aller Öffentlichkeit

Evangelikale Christen sind während der Allianzgebetswoche vielerorts an die Öffentlichkeit gegangen. Sie versammelten sich vom 10. bis 17. Januar nicht nur in Kirchen und Gemeindehäusern, sondern auch in kommunalen Räumen und auf öffentlichen Plätzen. Auch Baptisten waren fast überall mit dabei. Nach einer Schätzung der Deutschen Evangelischen Allianz beteiligten sich in Deutschland rund 300.000 Christen an 1.100 Orten. Die Zusammenkünfte standen unter dem Motto „Zeuge sein“. Nach Angaben des Allianz-Generalsekretärs, Hartmut Steeb (Stuttgart), ermutigten die meisten Treffen dazu, den christlichen Glauben in Wort und Tat zu bekennen. Auch für verfolgte Christen und die Erdbebenopfer von Haiti wurde gebetet. Der Präsident unseres Bundes, Pastor Hartmut Riemenschneider (Marl), hat als Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Marl jeden Abend eine Gebetsveranstaltung besucht. Immer waren auch externe Fachleute aus der Stadt eingeladen, um das jeweilige Thema aus gesellschaftspolitischer Perspektive zu veranschaulichen. Riemenschneider ist dabei eine große Offenheit für das Gebet gerade unter diesen Besuchern aufgefallen. Generalsekretärin Regina Claas (Elstal) warnte beim Abschlussgottesdienst in Herford die Besucher vor Fallen, in die Christen tappen könnten, wenn sie Zeugen für Gott sein wollten. Dies könne etwa der Fall sein, wenn sie selbst mehr auf die eigene Kraft als auf Gott vertrauten, ihre Hoffnung – wie in der Gesellschaft oft üblich – auf Wohlstand und Geld setzten oder mehr Glauben vortäuschten als wirklich vorhanden sei. Statt dessen gelte es, authentisch den Glauben zu leben. Der Pastor der baptistischen Friedenskirche in Berlin-Charlottenburg, Hendrik Kissel, zog ein positives Fazit über die Gebetswoche, die erstmals im Einkaufszentrum „Wilmersdorfer Arcaden“ in einer „Ladenkirche“ stattfand. Der Gesang alter Kirchenlieder und das gemeinsame Sprechen vom Vaterunser und von Psalmen habe das Interesse bei manchem Einkaufsbummler geweckt.

 

 

 

Albertinen-Krankenhaus vor größtem Bauprojekt

Das zu unserem Bund gehörende Albertinen-Krankenhaus in Hamburg-Schnelsen steht vor dem größten Bauprojekt seiner Geschichte. Das größte konfessionelle Krankenhaus der Hansestadt erhält einen modernen Funktionstrakt, ein neues Herz- und Gefäßzentrum, eine neue Frauen- und Geburtsklinik, ein neues Diagnostikzentrum, eine neue Notfallaufnahme sowie ein neues Aufnahmezentrum und einen komplett neu gestalteten Eingangsbereich. Die Klinik, eine Einrichtung des Albertinen-Diakoniewerks, erhielt jetzt den Fördermittelbescheid der Freien und Hansestadt Hamburg. Das Projekt wird rund 75 Millionen Euro kosten. 49,5 Millionen Euro trägt die Stadt Hamburg, rund 25,6 Millionen Euro Albertinen selbst. Die Bauzeit wird voraussichtlich drei Jahre betragen. Der Start ist für das zweite Quartal 2010 vorgesehen. Zum Albertinen-Diakoniewerk gehören zwei Krankenhäuser und mehrere Senioreneinrichtungen. 2.800 Mitarbeiter werden beschäftigt. In den Kliniken der Albertinen-Gruppe werden jährlich über 70.000 Patienten behandelt. Das Diakoniewerk ist nach seiner Gründerin, der baptistischen Diakonisse Albertine Assor (1863-1953), benannt.

 

 

 

Lego-Stadt vom Bürgermeister eingeweiht

Drei Tage lang haben 45 Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren in der Christuskirche in Neu-Anspach im Taunus eine Stadt aus Abertausenden Legosteinen errichtet. Sie wurde schließlich nach einem Familiengottesdienst feierlich „eingeweiht“. Mit dabei war der Bürgermeister von Neu-Anspach, Klaus Hoffmann (CDU), der das rot-weiße Band zur Stadteröffnung zerschnitt. Der Kommunalpolitiker war begeistert von der bunten Stadtansicht mit regem Treiben auf den Straßen und zog einige Vergleiche zu Neu-Anspach. Für das Lego-Projekt hatte die Gemeinde ein Team unter Leitung von Jugendreferent Jörg Filler von der Theologischen Akademie Wiedenest (Bergneustadt) eingeladen. Neben den Lego-Steinen hatte Filler auch kurze Videofilme mit dabei, in denen biblische Geschichten mit Legosteinen nacherzählt wurden. Auch im Gottesdienst veranschaulichte er die biblische Geschichte vom verlorenen Sohn mit Lego. Der Gemeindereferent der Christuskirche, Detlef Kühne, zeigte sich begeistert von dem Projekt. Rund die Hälfte aller Kinder, die mit gebaut hatten, hätten zuvor keinen Kontakt zur Gemeinde gehabt. Auch viele ihrer Eltern seien beim Familiengottesdienst mit dabei gewesen.

 

 

4.000 Euro für Waisenkinder in Südamerika

Die in unserem Bund tätige Briefmarken-Waisen-Mission (Gedern) hat im vergangenen Jahr 4.000 Euro erzielt und an die Europäische Baptistische Mission (EBM) überwiesen. Mit dem Geld werden Kinderheime in Südamerika unterstützt. Wie der Leiter der Aktion, Horst Liedtke (Gedern), mitteilte, habe er im vergangenen Jahr rund 800 Pakete mit gesammelten Briefmarken, Ansichtskarten, Telefonkarten, Münzen und Geldscheinen erhalten. Diese Zusendungen habe er bearbeitet und für den guten Zweck weiter verkauft. Liedtke bittet darum, seine ehrenamtliche Arbeit auch in diesem Jahr zu unterstützen. Kontakt: Ober-Seemer Str. 24, 63688 Gedern. Neben dieser Aktion gibt es eine weitere, die Biefmarken-Sammelstelle zugunsten der Aktion „Allein mit Kind“ (neu: Sonnewalde), die im vergangenen Jahr rund 10.000 Euro erzielt hatte.

 

Jeden Monat ein Gottesdienst auf Englisch

Mit einem neuen englischsprachigen Gottesdienst will die Baptistengemeinde Lörrach neue Zielgruppen erreichen. Der erste Gottesdienst vor kurzem habe 40 Besucher gezählt und sei durchaus ein Erfolg gewesen, teilten Gemeindepastor Jürgen Exner und die zur Gemeinde gehörenden amerikanischen Baptistenmissionare Steve und Celeste Brubaker (Rheinfelden) mit. Es habe eine englische Predigt, englische Lieder und ein englischsprachiges Theaterstück gegeben, das die Jugendgruppe aufgeführt habe. Die Besucher hätten auf den ersten "Second Sundays“-Gottesdienst durchweg positiv reagiert. Man rechne künftig mit einer deutlich höheren Besucherzahl, hieß es. Die Baptisten hoffen, dass es gelinge, mit dem Gottesdienst auch englischsprachige Nichtchristen zu erreichen: „Wir wollen gerade diesen Mitmenschen zeigen, dass sich ein Leben mit Jesus sich lohnt.“ Der Gottesdienst solle zudem dazu beitragen, bei Christen die Beziehung zu Gott zu stärken.

 

 

 

„Marriage Week 2010“: Wie gute Ehen möglich werden

Mit Essen bei Kerzenschein, Tanzkursen, Vorträgen und besonderen Gottesdiensten, etwa zur Eheerneuerung, sollen die Ehen in Deutschland stärker ins Blickfeld kommen. Die Angebote unter dem Motto „Gutes für Ehepaare“ sind Teil der Veranstaltungsreihe „Marriage Week - Die Woche der Ehepaare“ vom 7. bis 14. Februar. 200 Organisationen aus Wirtschaft, Kultur, Politik und Kirchen haben sich dazu zusammengeschlossen und rund 160 Veranstaltungen rund um die Ehe organisiert. Auch einige Baptistengemeinden sind darunter. „Gute Ehen sind möglich, wenn sich die Partner regelmäßig Zeit füreinander nehmen“, meint dazu der Vorstandvorsitzende des Trägervereins der Aktionswoche, Siegbert Lehmpfuhl (Rangsdorf bei Berlin), Leitungs- und Vorstandsmitglied von Team.F, einer christlichen Ehe- und Familienarbeit. Man wolle mit den Veranstaltungen „den Wert der Ehe in der Gesellschaft stärken“. Man hoffe, dass die Aktionswoche dazu beitrage, dass langfristig auch wieder mehr Ehen schlossen werden. An der ersten Marriage Week in Deutschland hatten sich im vergangenen Jahr 15.000 Interessenten beteiligt. Die Idee zur„Marriage Week“ stammt ursprünglich aus Großbritannien. Kontakt: www.marriage-week.de

 

 

 

Kirchen gehen konkrete Schritte für mehr Klimaschutz

Eine Kirche und eine Freikirche wollen beim Klimaschutz konkrete Schritte gehen: Zwei Gemeinden der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Hannover unterstützen in der Passionszeit eine Aktion der regionalen Klimaschutzagentur zum Stromfasten. Gleich mehrere Projekt hat die rheinische Kirche in Düsseldorf auf ihrer Tagesordnung: Ihre Mitarbeiter fahren nur noch schadstoffarme Dienstwagen. „Strom ist ein Konsumgut, das nur scheinbar unbegrenzt zur Verfügung steht“, gegründete  der Pfarrer der zur SELK gehörenden St. Petri-Gemeinde, Konrad Uecker, das Engagement seiner Gemeinde: „Wir alle müssen uns damit auseinandersetzen, dass die Energiereserven knapper werden." Interessierte Haushalte werden von Energieexperten kostenlos beraten. Mehr Informationen: www.klimaschutzagentur.de. Die Evangelische Kirche im Rheinland teilte in Bad Neuenahr jetzt mit, dass zugunsten des Klimaschutzes kirchliche Dienstwagen gegen schadstoffärmere Fahrzeuge ausgetauscht worden sind. Seit dem vergangenen Jahr würden nur noch Autos gefahren, deren Kohlendioxid-Ausstoß unter 150 Gramm pro Kilometer liege. Die Kirche führte außerdem eine Klimaschutzabgabe für Dienstflüge ein. Als Ausgleich für den Kohlendioxid-Ausstoß soll Geld in ein Entwicklungsprojekt der Vereinten Evangelischen Mission auf den Philippinen fließen.

 

Baptisten helfen Erdbebenopfern auf Haiti

Das schwere Erdbeben in Haiti könnte nach Schätzungen von Ministerpräsident Jean-Max Bellerive mehreren Zehntausend Menschen das Leben gekostet haben. Viele Gebäude, darunter auch das Parlamentsgebäude und Krankenhäuser, sind eingestürzt, sagte Bellerive dem US-Fernsehsender CNN. Weil die Infrastruktur fast vollständig zusammen gebrochen ist, ist es schwer, an verlässige Informationen zu kommen. Inzwischen ist eine weltweite Hilfswelle angelaufen. Auch die Baptisten helfen: Das Baptistische Hilfswerk BWAid stellte 20.000 US-Dollar als Soforthilfe zur Verfügung, teilte Direktor Paul Montacute (Falls Church bei Washington) mit. Der gleiche Betrag kommt auch von unserem Bund aus dem Katastrophenfonds, teilte der Bund in einem Schreiben an die Gemeinden mit. Das Geld geht zu gleichen Hälften an den Baptistenbund von Haiti, zu dem 110 Gemeinden mit 82.000 Mitgliedern gehören, sowie an die Baptistische Haiti-Mission mit 330 Gemeinden und Schulen. Montacute hat die Baptisten in aller Welt aufgerufen, für die Opfer der „gewaltigen Katastrophe“ zu beten und großzügig zu spenden. Seinen Angaben zufolge sind zwei Mitarbeiter des Katastrophenteams des ungarischen Baptistenbundes Rescue 24 vor Ort, um die nächsten Schritte der Hilfsaktionen zu koordinieren. Ein massives Beben der Stärke 7,3 auf der Richterskala hatte am 12. Januar den Karibikstaat erschüttert und viele Gebäude in der eine Million Einwohner zählenden Hauptstadt Port-au-Prince zerstört. Haiti ist etwa so groß wie das Bundesland Brandenburg, hat rund zehn Millionen Einwohner und gilt als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Die Hälfte der Bevölkerung muss mit weniger als einem US-Dollar (etwa 0,7 Euro) pro Tag auskommen. Wegen der starken Zerstörungen ist die Kommunikation fast völlig zusammengebrochen. Nach Schätzung des Roten Kreuzes ist jeder dritte der rund neun Millionen Einwohner von dem Erdbeben betroffen. Etwa 55 Prozent der 10 Millionen Einwohner Haitis sind laut einer Zählung der Vereinten Nationen katholisch, 15 Prozent Baptisten, 8 Prozent Pfingstler, 3 Prozent Adventisten, 1,5 Prozent Methodisten und 0,7 Prozent Anglikaner. Den Rest bilden unter anderen Anhänger von Voodoo-Religionen.

 

 

 

Nepal: „Schattenschulen“ machen Schüler fit für die Schule

Mit einer ungewöhnlichen Schulinitiative haben christliche Missionare in Nepal dafür gesorgt, dass Kinder aus den untersten Bevölkerungsschichten schulfähig werden. Die britische Pädagogin Sue Kemp und ihr deutscher Kollege Arne Kuchenbecker haben diese „Schattenschulen“ vor fünf Jahren in Nepalganj im Westen des Landes gegründet. Dabei war ihnen aufgefallen, dass trotz Schulpflicht rund die Hälfte aller Kinder in Nepal nicht zur Schule geht. „Sie helfen auf den Feldern oder beim Bau von Häusern“, sagte Kuchenbecker. Er ist inzwischen nach Deutschland zurück gekehrt. Von 2003 bis 2006 war er in Nepal im Auftrag der Organisation „Forum Wiedenest“ als Lehrer für Missionarskinder tätig. Wie er weiter erläuterte, sprächen viele Kinder nicht die offizielle Amtssprache Nepali oder ihre Kleidung und Körperhygiene entspreche nicht den Erwartungen der Lehrer, die sich dann weigerten, diese Kinder zu unterrichten. Die „Schattenschulen“, die so heißen, weil der Unterricht unter freiem Himmel im Schatten stattfindet, werden von einem in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu registrierten Verein. Täglich werden die Kinder zwei Stunden lang von Mitarbeitern christlicher Gemeinden fit für den Unterricht  an den staatlichen Schulen gemacht.                                

 

 

Malaysia: Gewalt gegen Kirchen hält an

In Malaysia werden christliche Kirchen von aufgebrachten Muslimen attackiert. Auslöser für die Anschläge zumeist mit Molotow-Cocktails auf bisher acht Kirchen ist Presseberichten zufolge ein Urteil des Obersten Gerichts vom 31. Dezember. Danach dürfen auch Christen Gott mit dem Namen „Allah“ bezeichnen. In Malakka beschmierten Unbekannte eine Kirche der Baptisten mit schwarzer Farbe. Nach dem Freitagsgebet  gingen zahlreiche junge Muslime in Kuala Lumpur aus Protest auf die Straße. „Allah gehört uns“, hieß es auf Plakaten. Sie befürchten, dass christliche Missionare Muslime zum Übertritt bewegen könnten, wenn auch sie das Wort „Allah“ benutzen. Christen argumentieren hingegen, dass das Wort lediglich „Gott“ bedeute. Ziel der Anschläge waren bisher katholische Kirchen sowie Gemeinden der Anglikaner, Lutheraner, Baptisten, Pfingstler sowie der Brüderversammlung. Dabei wurden bisher keine Menschen verletzt, aber es entstand erheblicher Sachschaden. Bisher wurden keine Tatverdächtigen festgenommen. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass es sich um Einzeltäter und nicht um eine organisierte Gewaltkampagne handele.

 

 

Willow: Christen sollten keine Nicht-Christen heiraten

Christen sollten möglichst keinen Nicht-Christen heiraten. Dazu rät der Hauptpastor der Willow-Creek-Gemeinde in South Barrington bei Chicago, Bill Hybels. Die einflussreiche, rund 22.000 Besucher zählende Gemeinde hat das neue Jahr mit einer sechswöchigen Predigt- und Lehrreihe über die Stärkung der Familie gestartet. Zu den wichtigsten Voraussetzungen einer christlichen Ehe zähle die geistliche Übereinstimmung, sagte Hybels. Gott wisse am besten, wie tief der Glaube den inneren Menschen präge und durchdringe. Er verändere das Denken, Fühlen, dem Umgang mit Geld und Freizeit und vieles mehr. Für einen Nachfolger Christi sei der Glaube nicht nur ein Anhängsel des Lebens, sondern der Kern der eigenen Identität. In einer lebenslangen Beziehung spiele der gemeinsame Glaube eine entscheidende Rolle. Zu den Voraussetzungen für eine Ehe zählt Hybels weitere Übereinstimmungen, zum Beispiel im Charakter, in der Kommunikation, den Gefühlen und der körperlichen Anziehung. Die Willow-Creek-Gemeinde möchte angesichts einer verbreiteten desillusionierten Haltung gegenüber Ehe und Familie diese stärken. Ehen seien von Gott geplant und gewollt. Auch wenn die Ehe heute bisweilen altmodisch erscheine, so werde sie nicht verschwinden, erklärte Hybels.

 

 

In Nordkorea werden Christen am stärksten verfolgt

Weltweit werden rund 100 Millionen Christen um ihres Glaubens willen verfolgt. Am schlimmsten ist die Lage in Nordkorea. Das hat jetzt das internationale Hilfswerks Open Doors mitgeteilt. Das kommunistische Regime in Pjöngjang führt zum achten Mal in Folge den Weltverfolgungsindex an, der jährlich erstellt wird. Wie der deutsche Zweig in Kelkheim bei Frankfurt am Main mitteilt, sieht das Regime des Diktators Kim Jong-Il Christen als Staatsfeinde an. Nahezu 70.000 seien in Arbeitslagern gefangen; mindestens 200.000 versammelten sich im Untergrund. Auch Hinrichtungen kämen vor. Von den 23,6 Millionen Einwohnern sind nach offiziellen Angaben etwa 12.000 Christen. In den Index fließen mehrere Faktoren mit ein, wie Open Doors erläutert: veröffentlichte Übergriffe auf Christen im Berichtsjahr, die Einschätzungen von Experten sowie eigene Erhebungen. Iran belegt den zweiten Platz. Die Islamische Republik stand im Vorjahr noch an dritter Stelle. Die Regierung geht laut Open Doors hart gegen wachsende christliche Hausgemeinden vor, in denen sich ehemalige Muslime versammeln. Im Berichtszeitraum zwischen November 2008 und Oktober 2009 seien mindestens 85 Christen verhaftet worden. Von den 68 Millionen Einwohnern sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl derer, die zum christlichen Glauben übergetreten sind, wird auf bis zu 250.000 geschätzt. Das streng islamische Saudi-Arabien steht auf Platz drei. Dort können Muslime, die Christen werden, ihren Glauben nur heimlich praktizieren. Der „Abfall vom Islam“ gilt als todeswürdiges Verbrechen. 99 Prozent der rund 27 Millionen Einwohner sind Muslime. Die Christen sind meist Gastarbeiter aus Südostasien. Acht der zehn Staaten mit der schärfsten Christenverfolgung sind muslimisch geprägt: Iran, Saudi-Arabien, Somalia, Malediven, Afghanistan, Jemen, Mauretanien und Usbekistan. Zwei werden kommunistisch regiert: Nordkorea und Laos.

 

 

Wenn die Kanzel zum Therapiezentrum wird

In den Sonntagspredigten auch evangelikaler Verkündiger wird zu selten das Wort Gottes wirklich ausgelegt. Das hat ein bekannter baptistischer Theologe aus den USA beklagt. Albert Mohler, Präsident des Theologischen Seminars der Südlichen Baptisten in Louisville (Bundesstaat Kentucky), ist besorgt, dass anstelle von Auslegungspredigten immer häufiger bedürfnisorientierten Predigen zu hören seien. Sie hätten das Ziel, glaubensferne Menschen „da abzuholen, wo sie sind“. Dadurch werde aber die Kanzel zum Beratungszentrum und die Kirchenbank zur Couch eines Therapeuten. Mohlers Kommentar wurde jetzt von dem Schweizer Magazin factum (Berneck) veröffentlicht. Der Theologe beklagt, dass viele Verkündiger den Bibeltext aufgegeben hätten. Zwar kämen sie im Laufe der Predigt auf ein Bibelwort, aber es gebe nicht mehr die Richtung vor. Das Problematische sei, dass der Sünder gar nicht wisse, was sein wichtigstes Bedürfnis sei; er sei blind für die Erlösung und Widerherstellung durch Gott. Zu viele Prediger gäben sich damit zufrieden, Rat in persönlichen, familiären oder finanziellen Nöten zu geben. Die Predigt werde dann zu einem Seminar über Erfolg, verkündige aber nicht mehr das „Wort der Wahrheit“.

 

 

 

Andacht zum Monatsspruch März

 

Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.

Johannes 15, 13

 

 

Hingabe hat viele Gesichter

Ist das so? Was ist mit der Liebe einer Mutter, die sich viele Nächte um die Ohren schlägt, um bei ihrem kranken Kind zu wachen? Was ist mit der Liebe eines Ehemanns, der auf Karrieremöglichkeiten verzichtet, um mehr Zeit für seine Familie zu haben? Was ist mit dem 89-jährigen, der sich aufopfernd um seine gleichaltrige Ehefrau kümmert, mit der er seit 65 Jahren verheiratet ist? Was ist mit der Sozialarbeiterin, die sich Nacht für Nacht auf dem Straßenstrich um die Frauen dort kümmert – ohne Versprechen, dass sich das Engagement lohnt? Ist das alles nur Liebe „2. Klasse“?

 

Die Frage ist falsch gestellt. Jesus spricht zu seinen Jüngern. D.h. hier sprechen nicht zwei Gleiche miteinander. Da spricht der Herr zum Knecht, der Höhere zum Niedrigen, der Gebende zum Angewiesenen. Es geht nicht um Idealisierung einer Beziehung, sondern um den Zuspruch: Er, der von Anfang an war, setzt alles ein für die, die ihm nicht das Wasser reichen können. Es gibt keine größere Liebe als die, dass der Schöpfer sich um seine Geschöpfe kümmert. Es geht nicht um Klassifizierung, sondern um das Ausmaß. Liebe ist maßlos – sie endet nicht einmal an der Grenze zwischen Schöpfer und Geschöpf.

 

Wer die Geschichte Jesu kennt, versteht diesen Text in der Regel mit Blick auf den Tod Jesu. Hingabe, das ist das stellvertretende Leiden und Sterben. Aber hat Jesu Hingabe erst mit seinem Tod begonnen? Was ist mit der Eingangsszene der sogenannten Abschiedsreden, als Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht - und diese Handlung mit den Worten kommentiert: „Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.“ (Joh. 13, 15)? Das Leben hingeben – es kann viele Gesichter haben. Was diese Gesichter miteinander verbindet ist die Tatsache, dass da einer nicht auf das Seine schaut, sondern auf das, was dem anderen dient. Der Satz des Monatsspruchs erinnert daran, dass Hingabe gerade dort, wo zwei sich nicht auf Augenhöhe begegnen können - wo einer Gebender ist und der andere Empfangender, wo es nicht zu einem Ausgleich kommen kann -  ein Bild der Liebe Gottes ist. Hingabe hat viele Gesichter – in ihnen wird immer der gleiche, liebevolle Gott erkannt.

 

Thomas Seibert

Der Autor ist Pastor und arbeitet als Redakteur im Oncken Verlag (Kassel)

 

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