Ausgabe September

17/09/2010 16:31

 

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Klaus Rösler

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Liebe Kolleginnen und Kollegen in den Gemeindebriefredaktionen,

was mich innerlich umtreibt, wenn ich an unseren Gemeindebund
denke, findet in dieser Nachrichtenzusammenstellung keinen
Niederschlag. Zahlreiche Veranstaltungen, die vom Bund oder anderen
Organisationen, vorbereitet wurden, sind in den letzten Wochen
abgesagt worden. Ich kann halt nicht über Veranstaltungen
berichtet, die es gar nicht gab. Ursache für die Absage: Es
gab zu wenige Voranmeldungen. Und wenn ich sonntags in die
teilweise leeren Reihen in meiner Gemeinde blicke, beschleicht mich
eine Ahnung, dass es da vielleicht einen Zusammenhang gibt. Man
bindet sich nicht gerne. Das ist ein Phänomen, von dem nicht
nur unsere Gemeinden betroffen sind, sondern viele
gesellschaftliche Gruppen. Nur dachte ich, dass Christen da anders
sind. Was ist zu tun? Wir sollten diese Entwicklung analysieren, ob
es sich wirklich so verhält – und dann ins Gebet gehen.
Wir glauben ja an einen lebendigen Gott, der uns zeigt, was dran
ist. Vielleicht ist in dem Fall ja weniger mehr, vielleicht sind auch ganz andere
überregionale Treffen dran.

Und dann bin ich immer wieder überrascht, wie viel lebendiges
geistliches Leben es in unseren Gemeinden gibt. Die sind
Bibelwochen gut besucht, bei Gemeindeevangelisationen kommen
Besucher zum Glauben, da gibt es kreativer Ansätze, das
Evangelium in einer zeitgemäßen Form weiter zu sagen.
Diese Nachrichtenzusammenstellung will dazu einige Impulse
weitergeben.

Viel Spaß und gutes Gelingen bei der Auswahl der Nachrichten
für Euren Gemeindebrief wünscht Euch

Euer Klaus Rösler

Ps. Dieser Newsletter erhalten in diesem Monat dreimal mehr
Bezieher als sonst. Wenn Ihr dazu gehört, weil Ihr isher noch
keine Abonnenten seid: Bitte prüft doch diesen Oncken-Service.
Und wenn Ihr Ideen habt, wie wir bei Oncken Euch die Arbeit am
Gemeindebrief noch weiter erleichtern können, dann schreibt
uns. Anregungen sind willkommen.


In dieser Ausgabe

Deutschland

Felde: Älteste baptistische Kapelle wurde 160 Jahre alt

Elimar Brandt verlässt Immanuel Diakonie Group

Gott für die deutsche Einheit danken

Neues Ausbildungsprogramm: Wo Intgration konkret wird

Albertinen-Diakoniewerk: Bundesweit einmaliges Studienangebot

 

EBM-Volontäre: „Wir fühlen uns gut vorbereitet“

Was wird aus der Seniorenarbeit des BEFG?

Bibeltexte über Sklaverei und Todesstrafe richtig auslegen

Die Offenbarung als Trostbuch

Wenn das Wasser bis zum Hals steht!

Kirchenasyl: Flüchtling aus Guinea wird nicht abgeschoben

Zwei Evangelisationen in einer Woche

Netzwerk gegen Menschenhandel wird Verein

Englisch lernen in den Ferien

Berührungsängste erkennen und überwinden

Kontoverse um Baptisten in Höxter

Kindersegnung – die Folge einer Vision

Seifenkistenrennen: Der große Preis von Stollberg

Allianz und Ökumene

Forscher: Glaube macht glücklich

Christen sollen für die Armen Partei ergreifen

Ausland

150 Jahre Baptisten in Lettland: Mit Tauffest

„Heiliges Land“ auf einstiger Mülldeponie

Wenn Lobpreis zum Selbstzweck wird

Medien

„Frieden für Sie“: Gotteskraft im eigenen Leben

ZDF-Fernsehgottesdienst: Tänzer stoßen auf Begeisterung

„Theologisches Gespräch“: Kein verkürztes Segensverständnis

Top 25: „Ruft zu dem Herrn“ an der Spitze

Andacht zum Monatsspruch November

 

 

Felde: Älteste baptistische Kapelle wurde 160 Jahre alt

160 Jahre alt wurde jetzt das älteste, noch erhaltende baptistische Gotteshaus auf dem europäischen Festland. Es steht in Felde, einem Stadtteil von Westerstede. Die Gemeinde der Stadt feierte das Jubiläum. Bis 1923 war die Kapelle in Betrieb. Seitdem trifft sich die Gemeinde Westerstede in einem Gemeindezentrum in der Stadt. Die Kapelle in Felde wird aber für Sonderveranstaltungen genutzt, so für Konzerte – wegen der guten Akustik – sowie für Hochzeiten, Andachten und Beerdigungsgottesdienste. Denn auf dem Grundstück der Kapelle gibt es einen baptistischen Friedhof. In einem schriftlichen Grußwort erinnerte Generalsekretärin Regina Claas an die bewundernswerte Solidarität der Baptisten in Nordwestdeutschland, die 1850 zum Bau des „Bethauses“ in Felde geführt hatte. Die Festpredigt hielt der in Westerstede geborene und aufgewachsene Pastor i.R. Wilfried Bohlen. Er führte aus, dass Jesus das Tor aufgestoßen habe zum Leben. Und deshalb können wir gemeinsam leben, Gemeinde bauen und Menschen zum Glauben einladen.

Elimar Brandt verlässt Immanuel Diakonie Group

Ende September beendet der Geschäftsführende Direktor der freikirchlichen Immanuel Diakonie Group in Berlin, der Baptistenpastor Elimar Brandt (63), nach über 30 Jahren seinen Dienst. Das gab das Diakoniewerk jetzt in einer Pressemitteilung bekannt. Anlass für seine Freistellung sei die künftige „veränderte Leitungsstruktur“, heißt es zur Begründung. Die Immanuel Diakonie Group ist der diakonische Arbeitzweig der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Berlin-Schöneberg-Hauptstraße. Die Gemeinde ist alleinige Gesellschafterin. Ihre Interessen nimmt ein Kuratorium wahr. Das Werk hat in den vergangenen 20 Jahren eine enorme Entwicklung erlebt. 1991 bestand es aus dem Immanuel Krankenhaus in Berlin-Wannsee und einer Seniorenpflegeeinrichtung in Berlin-Schöneberg. Heute gehören 65 verschiedene Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und der Steiermark (Österreich) mit insgesamt 2.450 Beschäftigten und einem Umsatzvolumen von 160 Millionen Euro dazu. Brandt kommentierte den Beschluss mit den Worten: „Gerne hätte ich der Immanuel Diakonie Group meine Fähigkeiten noch einige Zeit zur Verfügung gestellt.“ Das Kuratorium zollt dem 63-jährigen Brandt zugleich „allergrößten Respekt“. Nachfolger von Brandt wird sein bisheriger Stellvertreter, Udo Schmidt.

Gott für die deutsche Einheit danken

Die Gemeinden sollten in ihren Gottesdiensten Gott für die deutsche Einheit danken, die sich am 3. Oktober zum 20. Mal jährt. Dazu hat das Präsidium in einem Brief aufgerufen. Das Schreiben wurde während der Präsidiumssitzung in Niedenstein bei Kassel verabschiedet. Darin werden zahlreiche Gründe zum Danken benannt: Dank für Menschen, „die in den Jahren 1989 und 1990 in der damaligen DDR mutig daran gingen, Menschenrechte und Demokratie auf friedlichem Weg zu erkämpfen“; für viele sozialdiakonische Initiativen in den Gemeinden nach der friedlichen Revolution sowie Dank die kirchliche Einheit und das gegenseitige Verstehen auch während der Zeit der Trennung. Zugleich wisse man aber um die „bleibenden Aufgaben und Herausforderungen, die sich mit der Vereinigung Deutschlands gestellt haben“. Als vordringliche Aufgabe für die künftige inhaltliche Arbeit der Freikirche bezeichnete es Präsident Hartmut Riemenschneider (Marl), die Gemeinden zu unterstützen und zu stärken, „damit wir die Herausforderungen der Zukunft bewältigen können“. Ferner bestätigte das Präsidium des Bundes Pastor Friedbert Neese (Elstal), den Leiter des Dienstbereichs Ordinierte Mitarbeiter, für weitere sieben Jahre im Amt.

Mit acht Teilnehmern ging das Pastorale Integrations- und Ausbildungsprogramm unseres Bundes an den Start. Dabei handelt es sich um ein dreijähriges Studienangebot, durch das Gemeindeleiter und Gemeindereferenten ausländischer Baptistengemeinden in Deutschland offizielle Pastorinnen und Pastoren werden können. Vier Teilnehmer des Auftakttreffens kommen aus dem Kongo, jeweils einer aus Ghana, Sri Lanka und Spanien. Auch eine Frau aus dem Iran ist mit dabei. In den kommenden drei Studienjahren müssen die Teilnehmer sechs theologische Arbeiten schreiben, an sechs Fachtagungen in Elstal sowie an Bundes- und Landesverbandskonferenzen und an Pastoralkonventen in ihrer Region teilnehmen. Beim ersten Treffen im Bildungszentrum Elstal stand die Bibel und ihre Auslegung im Mittelpunkt. Die Unterrichtseinheiten mit den Pastoren Dr. Thomas Klammt, Dr. Oliver Pilnei und Prof. Dr. Michael Rohde mündeten in lebhafte Diskussionen, wenn die Teilnehmer die Entstehungsgeschichte oder Aussagen der biblischen Bücher auf dem Hintergrund ihrer moslemischen oder afrikanischen Kulturen zu verstehen suchten. Prof. Michael Kißkalt, Referent für Internationale Gemeinden, begleitet das Ausbildungsprogramm als Moderator. Er wies darauf hin, dass es bei Begegnungen mit Christen aus anderen Kulturen immer wieder zu „belebenden Aha-Effekten in Glaubensfragen“ komme.

Albertinen-Diakoniewerk: Bundesweit einmaliges Studienangebot

Das baptistische Albertinen-Diakoniewerk in Hamburg bietet in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg einen bundesweit einmaligen Studiengang an: den Dualen Studiengang Pflege (BA). Vor kurzem erhielten die ersten 18 Absolventen die Urkunden für den erfolgreichen Abschluss. Nach vier Jahren Studium und Pflegeausbildung haben die Studierenden gleich zwei Abschlüsse in der Tasche: den staatlich anerkannten Berufsabschluss als generalisierte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen und einen Bachelor of Arts in Pflege. Das gesamte Studiengangskonzept ist als Pionierstudiengang 2006 vom Albertinen-Diakoniewerk und der Hochschule konzipiert worden. Pastor Dr. Stefan Stiegler, Vorstand im Albertinen-Diakoniewerk, meinte beim Festakt: „Die Pflege hatte in Albertinen von Anfang an einen besonderen Stellenwert, weil für uns die besondere Zuwendung und Nähe zu Patienten und Bewohnern ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist.“

EBM-Volontäre: „Wir fühlen uns gut vorbereitet“

22 Volontäre – alle bis auf einen Norweger aus
Deutschland - werden in den nächsten Wochen in sieben
Ländern Afrikas und Lateinamerikas ihren Freiwilligendienst
mit dem Missionswerk EBM International antreten. Dafür wurden
sie zwei Wochen lang in der Geschäftsstelle der Mission in
Wustermark-Elstal vorbereitet. In der ersten Woche ging es immer
wieder um den zu erwartenden „Kulturschock“, weil die
Volontäre in einer ihnen völlig fremden Umgebung arbeiten
werden. In der zweiten Woche drehten die Kursteilnehmer einen nicht
immer ganz ernst gemeinten Film: „Der ideale
Volontär“. In einer siebenstündigen Schweigezeit
und in Seminaren über persönliche Ziele, Gaben und Reife
lernten sich die Teilnehmer selber besser kennen. Wer wollte,
konnte eine Andacht gestalten. Das Fazit der Teilnehmer: „Wir
fühlen uns gut vorbereitet.“

Was wird aus der Seniorenarbeit des BEFG?

Rund ein Drittel aller Angehörigen unseres Bundes sind über 60 Jahre alt. Das weiß die Leiterin des Gemeindeseniorenwerks, Irmgard Neese (Wustermark-Elstal). Doch weit weniger als die Hälfte der Angehörigen dieser Altersgruppe besuchten eine Seniorengruppe in einer Gemeinde. „Die meisten fühlen sich dafür zu jung", hat Irmgard Neese beobachtet. Die Seniorenarbeit habe mitunter ein etwas verstaubtes Image. Interesse hätten einige jüngere Senioren jedoch an Themen zu Fragen wie „Wohnen im Alter", an Fortbildung zum Besuchsdienst oder auch an diakonischen Projekten in Gemeinden. In manchen Gemeinden seien gerade die fitten Alten Träger von solchen Projekten. In anderen Gemeinden kämen sie dagegen kaum vor. Die Gemeindeleitungen rechneten zwar stark mit ihrem Einsatz, doch die Wirklichkeit sehe mitunter ganz anders aus. Denn diese Personengruppen hätten sich an einigen Orten aus der Verantwortung zurück gezogen. „Die Gemeinden leiden darunter", hat Irmgard Neese festgestellt. Mit dem mehrmals jährlich stattfindenden Kurs für Besuchsdienst „Ich bin da" und auch mit ihren Vorträgen habe sie versucht, diesem Trend entgegen zu wirken.

Bibeltexte über Sklaverei und Todesstrafe richtig auslegen

Neuer ehrenamtlicher Generalsekretär der Gemeinschaft Europäischer Evangelikaler Theologen (GEET) ist der Baptistenpastor Dr. Klaus Bensel (Bergisch Gladbach). Er wurde vor kurzem von der in Woltersdorf bei Berlin tagenden Mitgliederversammlung zum Nachfolger von Prof. Dr. Christoph Stenschke (Bergneustadt) gewählt, der weiter im Leitungskreis der GEET mitarbeitet. Außer Stenschke und Bensel sind keine deutsche Baptisten in dem Gremium tätig. Bensel nannte es als Ziel der Gemeinschaft, Theologie und Missiologie zu verbinden. So setze man sich stärker mit geistlichen Strömungen wie dem Islam und der Säkularisierung auseinander, um Ansätze für die Mission unter Muslimen und Atheisten zu finden. Eine weitere Aufgabe der GEET sei die Begleitung von Doktoranden. An der Tagung in Woltersdorf beteiligten sich 54 Theologen aus 15 Ländern. Sie diskutierten über die Bibelauslegung in der heutigen Zeit. Einer der Hauptredner des Treffens, der Neutestamentler Prof. em. Dr. Howard Marshall (Aberdeen/Schottland), ging der Frage nach, wie biblische Aussagen über Sklaverei und Todesstrafe heute richtig ausgelegt werden. Es gelte dabei deutlich zu machen, dass biblische Aussagen in einer konkreten historischen Situation und einem sozialen und kulturellen Rahmen gesprochen sind. Man würde die Bibel missverstehen, wenn man davon ausginge, dass Gott Folter praktiziere, so der Theologe. Die Alternative zum ewigen Leben sei nicht ewige Qual, sondern ewiger Tod.

Die Offenbarung als Trostbuch

Erstmals fand im August im „Haus der Stille“ eine Sommerbibelschule statt. Zwei Referenten vom Theologischen Schulungsservice (Haiger/Mittelhessen) informierten die 20 Teilnehmer über das Buch der Offenbarung und über biblische Seelsorge. Botho Heinz stellte klar, dass die Offenbarung in erster Linie ein Trostbuch sei. Es sei nicht zum Spekulieren über das Ende der Welt gedacht. Nino Rosta wies in seinen Ausführungen zum Thema Seelsorge darauf hin, dass Christen auch in schweren Lebenskrisen die wichtigsten Hilfen in der Bibel finden. Nach Angaben von Toralf Lutz vom „Haus der Stille“ seien die Teilnehmer trotz des strammen Programms mit über 30 Schulstunden begeistert gewesen.

Wenn das Wasser bis zum Hals steht!

„Inspirationen zum Atemholen“ vermittelte der Theologe Dr. Michael Rohde, Professor für Altes Testament am Theologischen Seminar Elstal (FH), in einer Vortragsreihe in der Gemeinde Lüneburg. Die Gemeinde hatte ihn als Referenten zu ihren „Salzstreuer“-Themenabende eingeladen, um so das Anliegen des „Jahres der Stille 2010“ zu vertiefen. In den Abendvorträgen legte er Klagepsalmen aus, die die Mehrheit im Psalter ausmachen. Dabei ermutigte er die Gemeinde, der Klage in den Gottesdiensten und in der persönlichen Beziehung zu GottRaum zu geben. Denn die Klage sei eine Form des Atemholens und des Gebets. Und sie helfe loszulassen. Das oft am Ende der Klagepsalmen stehende Lob Gottes sei aus dem Durchleben von Not, Krankheit und Sorgen „geboren“. Solches Lob Gottes ermutige alle zum Gebet, denen „das Wasser bis zum Hals steht“, führte der Referent aus.

Kirchenasyl: Flüchtling aus Guinea wird nicht nach Italien abgeschoben

Die Baptistengemeinde Duisburg-Mitte gewährt einem jungen Moslem aus dem westafrikanischen Guinea Kirchenasyl. Nach einen Tagen gab es bereits erste Erfolge: Der 19-jährige Flüchtling Mamadou Allareny Diallo hat ein für ihn wichtiges Teilziel erreicht. Die vorgesehene Abschiebung nach Rom/Italien konnte verhindert werden. Die Zuständigkeit für sein Asylverfahren ist von Italien an Deutschland übergegangen, teilte die Baptistengemeinde in einer Pressemitteilung mit. Asylgründe und Abschiebehindernisse würden nun in Deutschland geprüft. Diallo hofft, in Deutschland bleiben zu können. Ob er tatsächlich ein Bleiberecht erhält, ist noch ungewiss. Seit dem 4. August wird er von der Gemeinde und einem Duisburger Unterstützerkreis versorgt.

Zwei Evangelisationen in einer Woche

Zwei Evangelisationen in einer Woche führte der baptistische Evangelist und Pastor Lothar Leese (Remscheid) in den neuen Bundesländern durch – zunächst fünf Veranstaltungen im sächsischen Sosa, dann vier weitere Veranstaltungen im sachsen-anhaltischen Sangerhausen. Für beide gastgebenden Gemeinden war Leese kein Unbekannter. In Sangerhausen war er zum dritten Mal zu Gast, in Sosa zum zweiten Mal. In Sosa stieg der Besuch kontinuierlich von 80 auf 135 Besucher an. Somit hätten in dem kleinen Ort rund fünf Prozent aller 2.500 Bewohner die auch als Bibelwoche deklarierte Veranstaltungsreihe besucht. In der kleinen, nur 33 Mitglieder zählenden Gemeinde Sangerhausen zeigte sich Leese darüber erfreut, einen jungen Mann wieder zu treffen. Der hatte 2005 die erste Evangelisation mit ihm besucht, war dann im nächsten Jahr bei seinem zweiten Einsatz Christ geworden und hatte sich 2009 taufen lassen. Obwohl er inzwischen mit einem Zeitarbeitsvertrag eine Arbeitsstelle in Ulm gefunden hatte, habe er es sich nicht nehmen lassen, mit dabei zu sein. Im Abschlussgottesdienst hat sich in Sangerhausen eine Frau aus dem Freundeskreis der Gemeinde zur Taufe gemeldet.

Netzwerk gegen Menschenhandel wird Verein

Das innerhalb unseres Bundes seit 2006 tätige „Netzwerk gegen Menschenhandel“ hat sich als Verein organisiert, um effektiver arbeiten zu können. Zur neuen Vorsitzenden wurde Pastorin Christine Schultze (Dortmund) gewählt. Das Treffen der acht Interessenten fand in ihrer Gemeinde in Dortmund-Eving statt. Neben dem bisherigen Leitungsteam waren auch vier Mitglieder der gastgebenden Gemeinde mit dabei. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Shannon von Scheele (Berlin) und zur Schatzmeisterin Cornelia Nikesch (Usingen) gewählt. Wie Christine Schultze mitteilte, sei es dem Netzwerk bisher vor allem darum gegangen, für das Thema zu sensibilisieren. Darüber hinaus habe man einen Arbeitgeber-Check konzipiert: Freikirchliche Kontakte in Europa werden genutzt, damit ausreisewillige Frauen vor allem aus osteuropäischen Ländern die Seriosität eines ihnen angebotenen Arbeitsplatzes überprüfen können. Noch befinde man sich in der Entwicklungsphase.

Englisch lernen in den Ferien

Zum ersten Mal lud der Jugendkreis der Gemeinde Gemmingen (bei Heilbronn) zu einem Camp an, um dort Englisch zu lernen. Es war ein voller Erfolg, heißt es in einem Bericht. 60 Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren nahmen daran teil. Die Zelte hatte die Gruppe auf einem Grundstück direkt neben dem Freibad der Stadt aufgestellt. Um kompetente Sprachlehrer zu gewinnen, hatte der Jugendkreis Kontakt zur englischsprachigen Internationalen Gemeinde in Stuttgart aufgenommen. Zwölf Lehrer mit Englisch als Muttersprache konnten so gewonnen werden. Für die Teilnehmer gab es sechs Lerngruppen – und ein umfangreiches Programm – vom Lesen einer englischen Bibel bis zu Grammatik, Vokabeln und Sprachverständnis. Dabei wurde der Beweis erbracht, dass Unterricht durchaus Spaß machen kann. Das Mittagsessen lieferten lokale Gastronomen. Das Abendprogramm im Hauptzelt stand unter dem Motto „Live Wire“. Danny Beech, Jugendpastor einer amerikanischen Gemeinde in Charleston, forderte die Jugendlichen heraus, Schritte mit Jesus zu gehen. Eine 14-Jährige aus dem Jugendkreis traf die Glaubensentscheidung. Sie ließ sich gleich im Abschlussgottesdienst des Camps taufen – im Freibad.

Berührungsängste erkennen und überwinden

Warum fällt es Menschen oft schwer, Kranke und Behinderte zu besuchen? Dieser Frage ging die Theologin und Heilsarmeeoffizierin Christine Schollmeier (Hamburg) beim jüngsten Treffen des Christlichen MS-Netzwerkes in der Gemeinde Herford nach. Wie sie den 45 Teilnehmern aus ganz Deutschland sagte, hat sie selbst seit 30 Jahren Multiple Sklerose (MS). Während ihr ein Besuch bei Kranken auf Intensivstationen nicht schwer falle, kneife sie immer wieder, „wenn es darum geht, ebenfalls MS-Betroffenen zu begegnen, denen es schlechter geht als mir“. Und auch vielen Gesunden falle es schwer, Kranke zu besuchen, sagte die Heilsarmee-Kapitänin. Auslöser für manche Hemmungen seien Schuldgefühle und falsch verstandene Rücksichtnahme. Etwa die Frage: „Warum geht es mir so viel besser als dem anderen?“ Oder: „Mein Gegenüber wird nur deprimiert sein über meinen guten Zustand. Das kann ich ihm nicht zumuten.“ Daneben sei wohl aber auch Angst ein weiterer Grund, Kontakte zu meiden. Vielen mache die Vorstellung Angst, selber ähnliche Einschränkungen erleiden zu müssen. Die Referentin machte den MS-Kranken und ihren Angehörigen Mut, sich diesen Berührungsängsten zu stellen und sie mit Gottes Hilfe zu überwinden.

Kontroverse um Baptisten in Höxter

In Höxter haben die Baptisten zur Zeit eine schlechte Presse. „Baptisten wollen nicht mit Muslimen beten“, hieß eine Schlagzeile in der Lokalpresse. Worum geht es? Der Ökumenische Arbeitskreis lädt unter dem Motto „Christen beten für ihre Stadt" jährlich zu einem Gebetsgottesdienst am 19. September in das Historische Rathaus von Höxter ein. Im Mittelpunkt steht das Gedanken an die Explosionskatastrophe vom 19. September 2005. Damals war in der Stadt ein Haus explodiert. Das Unglück hatte zwei Tote und fast 40 Verletzte gefordert. Nun wurde das Motto geändert. Die Gebetsveranstaltung heißt nun „Bürger beten für ihre Stadt“. „Nicht alle Bürger der Stadt sind Christen, aber wir wollen auch unsere muslimischen Mitbürger zu dieser Gedenkstunde einladen", zitiert die Zeitung den Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, Pastor Joachim Schmidt. Wie dazu Pastor Alexander Abrahams von der überwiegend aus Aussiedlern bestehenden Gemeinde sagte, habe man bisher gerne in der lokalen Ökumene mitgearbeitet. Doch die Veränderungen im Motto und die Einladung an die Muslime sei ohne Rücksprache mit den Baptisten erfolgt. Die Auffassung, dass Christen, Juden und Muslime zum selben Gott beteten, teile man nicht.

Kindersegnung – die Folge einer Vision

In der Erlöserkirche in Salzgitter wurden jetzt sieben Kinder aus sechs Familien gesegnet. Die Eltern sind Gemeindemitglieder oder gehören zum Freundeskreis. Sie hatten den Wunsch nach einer solchen Segnung geäußert, nach dem Bibeltext „Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht“. Das Motto des Gottesdienstes „Die kleinen Kinder“ zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Gottesdienst – mit „Kinderlobpreis“ sowie eine Kurzgeschichte mit Holzfiguren. Dass es derzeit viele jungen Familien in der Gemeinde gibt, sei die Folge einer Vision der Gemeinde, heißt es in einem Bericht. Diese Vision habe sich auch im 2007 verabschiedeten Leitbild „Bewegt von Christus – Gemeinschaft erfahren“ niedergeschlagen. Dort heißt es: „Das Gemeindebild wird im Jahr 2012 durch viele junge Familien mit Kindern geprägt sein; verschiedene Aktivitäten und Angebote führen dazu, dass auch Kinder und Familien aus dem Stadtteil aktiv am Gemeindeleben teilnehmen.“ Allerdings wäre es vermessen zu behaupten, dass die Gemeinde dies aktiv habe steuern können. Doch eine Offenheit für junge Familie sei zu spüren, heißt es weiter.

Seifenkistenrennen: Der große Preis von Stollberg

Ein Seifenkistenrennen stand im Mittelpunkt des Landeskindertages des Gemeindejugendwerks Sachsen in Stollberg. 160 Kinder aus 14 Gemeinden, aufgeteilt in 31 Teams, nahmen daran teil. 120 Mitarbeiter kümmert sich beim „Großen Preis von Stollberg“ um den reibungslosen Ablauf. Ein Höhepunkt war eine Vorstellung des sechsmaligen BMX-Weltmeister und 19-maligen deutschen Meisters Marco Hösel (Thalheim/Erzgebirge), der neben seiner Darbietung auch erläuterte, warum er an Gott glaubt.

Forscher: Glaube macht glücklich

Glück ist keine Glückssache - der Glaube spielt eine entscheidende Rolle, meinen Forscher. Drei Sozialwissenschaftler vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin haben Daten aus 15 Jahren ausgewertet. Sie wollten herausfinden, welche Faktoren die Zufriedenheit des Menschen beeinflussen. Ihre Erkenntnis: Religion spielt eine entscheidende Rolle, berichtet die Zeitschrift „Psychologie heute" (Weinheim). Wie zufrieden der Mensch ist, sei abhängig von dem Stellenwert, den der Glaube in Leben einnehme. Mit ihren Ergebnissen stellen die Forscher gängige Annahmen der Psychologie infrage. Bisher war man davon ausgegangen, dass Zufriedenheit genetisch bedingt sei. Die Wissenschaft war der Meinung, Rückschläge im Leben sorgten nur für kurzzeitige Ausreißer, bevor sich die Zufriedenheit des Einzelnen immer wieder im Normalbereich einpendle. Daten aus 15 Jahren Erhebung in Deutschland sprechen gegen diese Annahme, zeigte sich nun. Deutlich wurde. Je stärker Menschen ihren Glauben im Laufe der Jahre praktizieren, desto eher steigern sie ihre Zufriedenheit. Je unwichtiger der Glaube wird, desto unzufriedener ist auch der Mensch.

Christen sollen für die Armen Partei ergreifen

Christen sollten für die Armen Partei ergreifen. Dazu wurde bei einem Armutskongress evangelikaler Werke in Schwäbisch Gmünd bei Stuttgart aufgerufen. Der Ehrenpräsident des evangelikalen Micha-Netzwerks, der Baptistenpastor René Padilla (Buenos Aires/Argentinien), bezeichnete es vor den 400 Tagungsteilnehmern als großes Problem, dass manche Christen zwar religiös seien, sich aber nicht an die biblische Weisung hielten, sich gegen Ungerechtigkeit und Armut einzusetzen. Es reiche nicht aus, wenn Christen ihre missionarischen Aktivitäten auf Aufrufe zu ethischem Verhalten oder zur Hinwendung zu Gott beschränkten. „Wer nur über Gottes Liebe spricht, sie aber Notleidenden nicht zeigt, vertritt eine Irrlehre“, sagte Padilla. Menschen brauchten außer der Botschaft, dass Gott ihnen gnädig sein wolle, auch Essen, Wohnung und Kleidung. Gegen eine Verkürzung des missionarischen Auftrags auf das Predigen des Evangeliums wandte sich auch der Missionswissenschaftler Prof. Johannes Reimer (Bergneustadt). Auftrag christlicher Gemeinden sei es, sich für eine ökonomische, soziale und religiöse Erneuerung der Gesellschaft einzusetzen. Reimer meinte weiter, der Auftrag, den Jesus Christus seinen Nachfolgern gegeben habe, sei umfassender, als es viele Christen wahrhaben wollten. Maßgeblich seien prophetische Aussagen des Alten Testamentes über das „Gnadenjahr“, in dem alle 50 Jahre eine gesellschaftliche „Rundum-Erneuerung“ in Israel geschehen sollte.

150 Jahre Baptisten in Lettland: Mit Tauffest

Ein Tauffest mit 90 Täuflingen unter freiem Himmel war der Höhepunkt der Jubiläumsfeiern Ende August zum 150-jährigen Bestehens der Baptistenbundes in Lettland. Der Gottesdienst fand in Uschawa in der Nähe der Ostsee-Hafenstadt Ventspils in einem Fluss statt. Dort war 1861 die erste baptistische Taufe in dem Land durchgeführt worden – damals mit 72 Täuflingen. Beim aktuellen Gottesdienst waren viele der Hunderte Besucher durch ein Wetterphänomen geistlich sehr bewegt. Es blieb trocken, obwohl der Wetterbericht eine Regenwahrscheinlichkeit von 100 Prozent angekündigt hatte. Darin sahen viele Baptisten ein Zeichen der Güte und Treue Gottes. Dass sich dann noch um die Sonne ein Regenbogen bildete, war für sie ein besonderes Geschenk. Zum Lettischen Baptistenbund gehören 86 Gemeinden mit ca. 6.600 Mitgliedern. Alle Veranstaltungen des Jubiläums waren evangelistisch ausgerichtet. Es gab ein Kinder-Musical zum Jakobus-Briefes, ein Konzert der vereinigten Jugendchöre und ein großes Sängerfest mit 500 Chorsängern. Mit dabei war eine Delegation der Gemeinde Jever, die mit einer Baptistengemeinde in Lettland eine Partnerschaft unterhält. Begeistert zeigte sich Gemeindepastor Gregor Helms über die Kinderfreundlichkeit der lettischen Baptisten: „Niemand störte sich an den vielen Kindern, die bei allen Veranstaltungen wie selbstverständlich dabei waren und immer mal wieder versuchten, die Bühnen zu erklimmen. Niemand veranlasste eine Mutter, mit ihrem weinenden Kind den Raum zu verlassen.“

„Heiliges Land“ auf einstiger Mülldeponie

Auf Mallorca soll der erste christliche Themenpark Europas entstehen. Eine internationale Investorengruppe rechnet mit 10 Millionen Euro an Baukosten. Als Standort wählte sie die Kleinstadt Capdepera im Osten der Ferieninsel aus, berichtet die spanische Zeitung „El Mundo“. Danach soll der Park auf einer ehemaligen Mülldeponie errichtet werden. Auf dem rund sieben Hektar großen Gelände sollen unter anderem das alte Jerusalem inklusive der Klagemauer nachgebaut werden sowie der römische Justizpalast. Zudem sind regelmäßig Shows geplant – etwa zur Auferstehung und zum letzten Abendmahl. Insgesamt sollen etwa 70 Gebäude im Stil biblischer Zeiten errichtet werden, darunter auch Restaurants und FreizeitangeboteNach Informationen von "El Mundo" hat der Bischof des Bistums Mallorca, Jesús Murguí, grünes Licht gegeben: Der Park könne dazu beitragen, das Wissen über das historische Umfeld Jesu Christi zu erweitern und den Menschen Jesus näher zu bringen.

Wenn Lobpreis zum Selbstzweck wird

Lobpreis im Gottesdienst darf kein Selbstweck werden. Davor hat der Musikdirektor des US-amerikanischen baptistischen Verlags Lifeway, Mike Harland (Nashville/Bundesstaat Tennessee), gewarnt. Im Mittelpunkt müsse Jesus stehen und nicht die Musik, sagte er bei einer Pastorenkonferenz in Nashville . Man müsse auch der Versuchung widerstehen, Gottesdienstbesucher mit Technik, Kreativität oder Innovationen beeindrucken zu wollen. Vielmehr gehe es darum, die ganze Gemeinde in die Anbetung des „rettenden Gottes“ einzubeziehen. Mancherorts habe er es erlebt, dass die Gottesdienstbesucher beim Lobpreis nicht mehr mitsingen. Das Auditorium sei abgedunkelt, und auf der Bühne stünden die „Lobpreiskünstler“ im Scheinwerferlicht. Sie könnten die Gemeinde weder sehen noch hören, weil sie ins Dunkel blickten und sich ihre Musik per Ohrhörer zuspielen ließen. Wenn die Gemeinde nicht mehr singe, sei dies ein Zeichen dafür, dass der Lobpreis abgekühlt sei, sagte Harland, der selbst als Musiker und Gemeindepastor tätig ist. Dies habe geistliche Ursachen. Die Gemeinde in das Lob Gottes einstimmen zu lassen, müsse Lobpreisleiter ihnen wichtiger sein als die eigene Aufführungsqualität.

„Frieden für Sie“: Gotteskraft im eigenen Leben

Am Totensonntag – auch Ewigkeitssonntag genannt – geht es auf den Friedhof. Viele Mitglieder aus den Gemeinden unseres Bundes nutzten diese Tradition, um am letzten Sonntag des Kirchenjahres vor dem Advent mit Besuchern an den Gräbern ins Gespräch über den christlichen Glauben zu kommen. Als Hilfe zur Kontaktaufnahme dient ihnen dabei die Zeitschrift „Frieden für Sie“. Die diesjährige Ausgabe will Hoffnung auf das ewige Leben bei Gott wecken. Der frühere Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, Peter Strauch (Witten), berichtet über seine Erfahrungen mit alten Kirchenliedern, etwa das häufig auf Beerdigungen gesungene „So nimm denn meine Hände“. Auch wenn manche Leute meinte, das Lied passe nicht mehr so recht in die heutige Zeit, „würden wir ärmer, müssten wir darauf verzichten“. Die Bedeutung des christlichen Kreuzes erläutert der frühere baptistische Südamerika-Missionar, Pastor Dietrich Weiand (Hofgeismar bei Kassel). Vom Kreuz „fließt Gotteskraft in das eigene Leben“, berichtet er. Die Verteilzeitschrift kann über die Oncken Versand- und Internetbuchhandlung bezogen werden. Anfragen unter Tel.: (05 61) 5 20 05 40 oder per E-Mail an: zeitschriften@oncken.de

ZDF-Fernsehgottesdienst: Tänzer stoßen auf Begeisterung

Bis zu 780.000 Zuschauer zählte der Fernsehgottesdienst, den das ZDF aus der

Baptistengemeinde Hannover-Walderseestraße übertrug. Er sei überwiegend auf sehr positive Reaktionen gestoßen, sagte Gemeindepastor Hartmut Bergfeld. Vor allem ein Tanz der Kinder habe viele Zuschauer bewegt. „Man hat es ihnen abgespürt, dass es toll ist, ein Kind Gottes zu sein“, so der Pastor. Ziel des Gottesdienstes sei es gewesen, Menschen zu einer lebendigen Gottesbeziehung einzuladen. Eine Frau aus Hannover, die den Gottesdienst zunächst im Fernsehen gesehen habe, habe sich sofort mit ihrer siebenjährigen Tochter zum Gemeindezentrum aufgemacht, um live mit dabei sein zu können. Weil im Gottesdienstsaal alle Plätze besetzt gewesen sei, hätten die beiden im Kinder- und Jugendhaus der Gemeinde den Gottesdienst am Bildschirm verfolgen müssen. Für alle Beteiligten in der Gemeinde sei der Fernsehgottesdienst eine gute Erfahrung und „ein toller Lernprozess“ gewesen, die Gemeinde aus der Sicht von Medienprofis sehen zu lernen. Auch nach innen habe der Gottesdienst positive Folgen gehabt. Viele Mitglieder und Freunde hätten bekannt, „glücklich zu sein, in so einer Gemeinde zu leben“. Der Gottesdienst kann auf der Homepage der Gemeinde (www.gemeinde-walderseestrasse.de) angeschaut werden.

„Theologisches Gespräch“: Kein verkürztes Segensverständnis

Gegen ein verkürztes Segensverständnis, das unter Segen nur materiellen Wohlstand sieht, wendet sich die baptistische Theologin Lena Tontchev, die nach ihrem Studium am Theologischen Seminar Elstal (FH) als Pastorin in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden Kassel-Möncheberg arbeiten wird. In der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift „Theologisches Gespräch“ untersucht sie drei Segensformulierungen aus dem Alten Testament und eine aus dem Galaterbrief im Neuen Testament. Es gelte, die Rechtfertigung aus Glauben als Segen zu verstehen und zu verkündigen. „Wenn sich die in Christus Gerechtfertigten gleichzeitig auch als Gesegnete sehen, dann sind sie fähig, auch mit Entbehrungen und Mängeln umzugehen und diese nicht als fehlenden Segen Gottes zu interpretieren“, schreibt sie in ihrem Aufsatz. Der Segen Gottes sei ein unverdientes Geschenk, den man „nur dankbar annehmen“ könne. Die Zeitschrift „Theologisches Gespräch“ erscheint im Oncken Verlag (Kassel) und wird gemeinsam von unserem Bund und dem Bund Freier evangelischer Gemeinden herausgegeben.

Top 25: „Ruft zu dem Herrn“ an der Spitze

Deutschsprachige Anbetungslieder werden in vielen Gemeinden offenbar lieber als die englischen Originale gesungen. Das geht aus einer neuen Liste der 25 beliebtesten Lieder der Christlichen Lizenzagentur CCLI (Lüdenscheid) hervor. Sie vertreibt weltweit die Lizenzen von Kirchenliedern. Gemeinden können sich gegen eine Jahresgebühr, die sich nach der Besucherzahl im Gottesdienst richtet, die Erlaubnis kaufen, sämtliche Lieder der Datenbank in ihren Veranstaltungen zu verwenden und zu vervielfältigen. Von den über 250.000 Titeln der Lizenzagentur ist der Großteil zwar in Englisch. An der Spitze der verwendeten Lieder stehen allerdings entweder Original-Kompositionen aus Deutschland oder die deutschen Versionen von ursprünglich fremdsprachigen Titeln. Die beliebtesten drei Hits sind eigentlich englischsprachige Lieder, für die es einen deutschen Text gibt: „Ruft zu dem Herrn“ (Originaltitel: Shout to the Lord), „Herr dein Name sei erhöht“ (Lord I lift your name on high) sowie „Komm, jetzt ist die Zeit wir beten an“ (Come, now is the time to worship). Unser Bund hat mit CCLI ein Rahmenabkommen geschlossen.

Andacht zum Monatsspruch November

Gott spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. (Jesaja 2, 4)

Zukunftsperspektiven

Endlich! Endlich einer, der die kaum zu durchblickenden Streitfälle zwischen Völkern entscheidet. Endlich einer, der wirklich unparteiisch und gerecht richtet, frei von parteipolitischer Ideologie oder dem Druck der öffentlichen Meinung. Endlich einer, der die Autorität hat, die beteiligten Parteien zurecht zu weisen. Gott, der perfekte (Schieds-)Richter.

Aber ist Gott eigentlich unparteiisch? Will er überhaupt Schiedsrichter sein? Jesus wird einmal so angesprochen: „Meister, sage meinem Bruder doch, dass er mit mir das Erbe teile.“ Jesus verweigert das Erbetene: „Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbschlichter über euch gesetzt?“ (vgl. Lukas 12, 13f.) Irgendwie enttäuschend, dass derjenige, von dem man Unbestechlichkeit und Überparteilichkeit erwarten kann, sich dieser Anfrage entzieht.

Wer nicht genau hinsieht, kann da auf eine völlig falsche Spur geraten. Der Monatsspruch ist dem Anfang des Jesaja-Buches entnommen. Und dort entfaltet der Prophet einen großartigen Blick in die Zukunft: Die Völker werden nach Jerusalem gehen, zum Berg des Herrn, d.h. zum Tempel. Und sie werden von dort, d.h. von Gott selbst, erfahren, wie das Leben zu gestalten ist. Teil dieser prophetischen Schau ist die Erwartung, dass die Völker keinen Krieg mehr führen werden: Ihre Waffen werden auseinandergebrochen (so wörtlich); sie werden umgebaut in landwirtschaftliches Werkzeug, zu Pflugscharen und Winzermessern.

In dieser Schau des Propheten geht es um den Gott, der sehr wohl Partei ergreift. Aber er stellt sich nicht auf die Seite des einen gegen den anderen. Sondern er will, dass alle Menschen Zukunft und Hoffnung haben. Diese Zukunft ist kein Ergebnis menschlicher Anstrengung, sondern „es wird geschehen“.

Der November ist für viele Menschen ein trüber Monat. Erinnerungstage wie der Volkstrauertag verstärken die Wirkung der dunklen Novembertage. Gerade in diesem Monat leuchtet der Monatsspruch wie ein Stern in dunkler Nacht. Gott, der Vater Jesu Christi, steht für Leben und Zukunft ein. Deshalb feiert die christliche Gemeinde auch nicht Totensonntag, sondern Ewigkeitssonntag. Sie erinnert daran, dass Gott nicht nur ein Freund des Lebens ist, sondern dem Leben zum Durchbruch verhilft.

Was macht man mit so einer Ankündigung? Der prophetischen Ankündigung folgt eine Aufforderung: „Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des Herrn.“ Die Gemeinschaft der Nachfolger dieses Gottes wird eingeladen, dieser Zukunftsperspektive jetzt schon zu leben.

Thomas Seibert

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