Ausgabe: Juni 2010

20/06/2010 19:28

 Verantwortlich für den Inhalt:

Oncken: Agentur für Kommunikation

Klaus Rösler

Postfach 200 152

34080 Kassel


Liebe Kolleginnen und Kollegen in den Gemeindebriefredaktionen,

schon der zweite Newsletter „Neues aus der baptistischen Welt“ in diesem Monat, nachdem Ihr schon
die Sonderausgabe mit den Informationen über die Bundesratstagung in Kassel erhalten habt. Einen
Schwerpunkt bildet diesmal die Berichterstattung über den 2. Ökumenischen Kirchentag in München -
aus baptistischer Perspektive. Wer darauf in seinem Gemeindebrief eingehen möchte, sollte die erste
zusammenfassende Meldung übernehmen und sich dann einige Absätze aus den folgenden, mit
„ÖKT“ (Ökumenischer Kirchentag) beginnenden Bausteinen auswählen, die vielleicht in Euren
Gemeinden von besonderem Interesse sein könnten. Ich bin bewusst nicht auf Margot Käßmann
eingegangen, die auf dem Treffen wie ein Superstar gefeiert wurde. Auch die ganzen Debatten über
sexuellen und körperlichen Missbrauch in Kirchen und Werken habt Ihr sicher in Eurer Tageszeitung
lesen können. Darüber findet Ihr hier nichts – wie auch keine Zeile über die beliebten Auftritte von
Politikern.
Anschließend findet Ihr zahlreiche Nachrichten, dieses Mal vor allem aus dem Ausland. Auch andere
Bünde und Organisation hatten ihre jährlichen Treffen, wie die Baptisten in Großbritannien oder die
Europäische Baptistische Mission, die jetzt EBM International heißt.
Ein Hinweis in eigener Sache: Oncken vertreibt jetzt auch das Magazin ideaSpektrum. Jedes Abo, das
über Oncken abgeschlossen wird, trägt indirekt dazu bei, auch diesen – längst nicht kostendeckend
arbeitenden – Informationsservice zu stärken.
Gottes Segen für Euren Dienst wünscht Euch
Euer Klaus Rösler
Ökumenischer Kirchentag: Ein fröhliches Glaubensfest
Noch nie zuvor haben sich Baptisten so stark auf einem Kirchentag engagiert wie in diesem Jahr beim
2. Ökumenischen Kirchentag in München: Rund 40 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter waren
offiziell im Programm engagiert oder halfen bei der Betreuung von Infoständen mit. Am meisten
gefragt waren unser früherer Präsident, Siegfried Großmann, der Augsburger Baptistenpastor
Thorsten Schacht und Prof. Dr. Kim Strübind (Oldenburg), die jeweils an sechs Veranstaltungen
mitwirkten. Referate oder Predigten hielten darüber hinaus Prof. em. Erich Geldbach (Marburg), der
Missiologie-Dozent Michael Kißkalt (Elstal), Dr. Heinrich Christian Rust (Braunschweig) sowie Prof. Dr.
Andrea Strübind (Oldenburg). Ein freikirchliches Schlaglicht zum Auftakt warf Andrea Schneider
(Oldenburg), die den Eröffnungsgottesdienst auf der Theresienwiese moderierte. Ihr Ehemann, der
Leiter des Dienstbereichs Gemeindeentwicklung Friedrich Schneider, nahm in einem Gottesdienst als
Vertreter des Bundes ein Apfelbäumchen entgegen – als ein Zeichen der Hoffnung und für die
Ausrufung eines jährlichen Schöpfungstages. Das fünftägige Treffen zählte mehr als 130.000
Dauerteilnehmer in 3.000 Veranstaltungen an 150 verschiedenen Orten in München.
ÖKT: Gottes Geist erleben
Wie kann es Kirchen und Gemeinden besser gelingen, spirituell Suchenden eine geistliche Heimat zu
geben? Auch darüber wurde diskutiert. Der Sprecher des Kreises Charismatischer Leiter in
Deutschland, der Baptistenpastor Dr. Heinrich Christian Rust (Braunschweig), kritisierte die
Wortlastigkeit in den meisten Kirchen. In charismatisch geprägten Gemeinden würden die Menschen
nicht nur „zugetextet“, sondern erlebten, wie Gottes Geist unmittelbar wirke. So machten sie die
Erfahrung der Heilung. „Menschen gehen anders aus dem Gottesdienst, als sie gekommen sind“, so
Rust. In den gegenwärtigen Krisen und Erschütterungen in Gemeinden und Kirchen sieht Rust den
Geist Gottes am Werk, „der hier an den Grundfesten einer kirchlichen Institution rüttelt“. „Kann es sein,
dass die Kirchen in ihrer gegenwärtigen Form das größte Hindernis für eine neue Reformation sind?“,
fragte der Theologe und plädierte für eine „vom Geist Gottes gewirkte umfassende Reformation, die
vieles infrage stellen wird, was wir bislang tradiert haben, ohne nach einer biblischen Begründung zu
fragen“. In einem Segnungsgottesdienst mit 550 Teilnehmern erläuterte Rust, dass Betende keine
Geistheiler seien: „Es ist nicht unsere Kraft, die hier wirksam wird, sondern es ist die Kraft des
gekreuzigten und auferstandenen Christus.“
ÖKT: Diskussion über Taufverständnis
Auch über das Konvergenzdokument, das für eine Annäherung zwischen Lutheranern und Baptisten
plädiert, wurde in München diskutiert. Der baptistische Theologe Professor Dr. Kim Strübind
(Oldenburg) vertrat dabei die Anschauung, dass die Anerkennung der Säuglingstaufe für Baptisten
keinen substanziellen Verlust bedeute. Er zieht allerdings die Gefahr im Baptismus, die
Gläubigentaufe zu einer Tat des Gesetzes zu machen. Man dürfe der Tauffrage keine übermächtige
Position einräumen. Die Taufe sei kein Konversionsritus, mit dem man von einer Gemeinschaft in die
andere wechsle, sondern Gnade. Zwar gehöre es zur Identität der Baptisten, weiter nur gläubige
Menschen zu taufen. Dies bedeute aber nicht, über den Glauben anderer zu urteilen. Strübind: „Wir
können einander die Taufe glauben.“ Das Konvergenzdokument sei auch an vielen Stellen präsent
gewesen. Es sei von Theologen aus allen Kirchen „als ökumenischer Meilenstein“ betrachtet worden.
ÖKT: Aufblasbare Kirche erlebte Ansturm
Einen Besucheransturm erlebte die neue Ausstellung „In sieben Schritten durch die Bibel“ in der
aufblasbaren Kirche des Projektes ewigkite.de von Pastor Carsten Hokema (Oldenburg) vom
Dienstbereich Mission. Bibeltexte, Bilder, Gebete und Anregungen zur persönlichen Besinnung zieren
nun die Wände. Die Baptistengemeinden aus München hatten die Kirche zum Abend der Begegnung
des Kirchentages aufgestellt. Man habe dem Essenstrubel einen inhaltlichen Aspekt hinzufügen
wollen, erläuterte Diakon Marc Dittberner.
ÖKT: Weg der Gewaltlosigkeit
Der Ökumenische Arbeitskreis Prenzlauer Berg aus Berlin – Baptisten gehören zum aktiven
Trägerkreis - waren mit der Ausstellung über die friedliche Revolution 1989 „Keine Gewalt – Der Weg
der Gewaltlosigkeit" beim Kirchentag vertreten, sagte Pastor Reinhard Assmann (Berlin). Die
Ausstellung nahm am Wettbewerb um den Ökumenepreis des Kirchentages teil – ging aber leer aus.
Doch Assmann freut sich über eine Urkunde aus der Hand der Generalsekretärin des Deutschen
Evangelischen Kirchentages, Dr. Ellen Ueberschär (Fulda).
ÖKT: Junge Besucher bei Senioren
Die Seniorenbeauftragte Irmgard Neese erlebte den Kirchentag im Zentrum „Älter werden“. Auch viele
junge Menschen hätten die Veranstaltungen dort zu Themen wie Gesundheit für alle – wie lange
noch?“, „Leidenschaft kennt keinen Ruhestand“ oder „Ein weises Herz gewinnen – Spiritualität im
Alter“ besucht. Überraschend sei für sie gewesen, dass sie nie habe erklären müssen, „was
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden sind“.
ÖKT: Freundschaften entstanden
Der bayerische Jugendpastor Jan Achtermann (Puchheim) ist begeistert vom Programmbereich
„Hoffnungsvol(l)k" für Jugendliche und junge Erwachsene aus München, die sich als Hoffnungsträger
für die Gesellschaft verstehen. Die Begegnungen dort seien „genial“ gewesen. Er ist davon überzeugt,
dass die Münchener Kirchen und Gemeinden auch künftig Treffen planen und gemeinsam etwas für
Jugendliche organisieren werden: „Es sind Freundschaften entstanden, die ohne den Ökumenischen
Kirchentag nicht denkbar gewesen wären.“ In der Zeltkirche im „Zentrum Jugend" habe es zudem
einen tollen „Baptistischen Jugendgottesdienst" gegeben – mit der GJW-Band und Predigten von ihm
und Pastor Martin Englisch (Reutlingen).
ÖKT: Allgemeine christliche Identität
Ex-Präsident Siegfried Großmann hat den Kirchentag als „fröhliches gemeinsames Glaubensfest“
erlebt. Wie er sagte, rechnet damit, „dass die konfessionelle Zugehörigkeit weiter abnimmt und sich
eine allgemeine christliche Identität weiter entwickelt.“ Es habe sich jedoch auch „sehr positiv
bemerkbar gemacht, dass wir als Baptisten zusammen mit den anderen Freikirchen zu den
Veranstaltern gehörten und nicht nur Gäste waren wie beim ersten Ökumenischen Kirchentag.“
ÖKT: Christuszentrierte Gottesdienste
Präsident Hartmut Riemenschneider nahm an einer Podiumsdiskussion zur Taufdebatte teil und
erlebte den Ökumenischen Kirchentag vor allem als Teilnehmer. Als Stärke habe er die Gottesdienste
erlebt. Wo die Gläubigen christuszentriert Gott gefeiert hätten, habe man die Verbundenheit über alle
Konfessionsgrenzen hinweg deutlich gemerkt: „Da entsteht christliche Identität an der Basis“, sagte er.
Bei der offiziellen Ökumene seien dagegen noch viele Gespräche gerade bei Themen wie Taufe,
Abendmahl und Amt nötig. Dass das Zeitalter der Konfessionen vorüber sei, könne er nicht erkennen:
„Aber wenn wir aufhören, uns gegenseitig zu bekämpfen, dann wäre das doch auch schon etwas.“
Seine eigene Kirche sieht er dabei gut aufgestellt, trotz mancher theologischen Inkonsequenzen etwa
bei Abendmahl und Taufe: „Wer an Jesus glaubt, ist bei uns willkommen.“
Gottesdienstbesuch geht zurück
Der Gottesdienstbesuch in den Gemeinden unseres Bundes sinkt. Das geht aus einem Vergleich der
Statistiken für die Jahre 2009 und 2008 hervor. An den vier Zählsonntagen 2008 besuchten
durchschnittlich 71.840 Gäste einen Gottesdienst, ein Jahr später waren es 70.331. Das entspricht
einem Rückgang von 2,1 Prozent. Damit ist der Gottesdienstbesuch stärker gesunken als die
Gesamtzahl der Mitglieder, die um 0,5 Prozent schrumpfte. Insgesamt liegt der Gottesdienstbesuch
etwa 15 Prozent unter der Gesamtzahl der Mitglieder. In den zu unserem Bund gehörenden 127
Brüdergemeinden ist der Gottesdienstbesuch im Vergleich mit dem Vorjahr ebenfalls gesunken - um 2
Prozent. Dennoch kommen dort mehr Besucher als die Gemeinden Mitglieder haben. Gründe für
diese Entwicklung weiß der Leiter des Instituts für Mitarbeiter- und Gemeindeentwicklung der
Freikirche und Statistikexperte, Oliver Pilnei (Elstal), nicht zu benennen. Dennoch liegt der
Gottesdienstbesuch in unseren Gemeinden weiterhin deutlich höher als etwa im Bereich der
Evangelisch Kirche in Deutschland. EKD-weit besuchen rund 3,8 Prozent aller Mitglieder einen
Gottesdienst, bei den Katholiken etwa 16 Prozent, und in unserem Bund sind es 84,4 Prozent.
Sachsen: Gemeinde leiten nach dem Neuen Testament
Die Gemeinde nach dem Neuen Testament gibt es nicht. Darauf hat der Leiter des Dienstbereichs
Ordinierte Mitarbeiter, Pastor Friedbert Neese (Elstal), bei der Ratstagung des Landesverbandes
Sachsen in Sosa hingewiesen. Deshalb gebe es auch keine Patentrezepte für Problemlösungen,
sagte Neese den Delegierten. Um eine Gemeinde zu leiten, kenne das Neue Testament verschiedene
Modelle, etwa geordneten Dienst (Apostelgeschichte und Pastoralbriefe), die Leitung durch den
Heiligen Geist (Johannesschriften) und den gabengemäßen Gemeindeaufbau (Römer und Korinther).
Aufgabe der Gemeindeleitung sei es, die unterschiedlichen Linien von geistlicher Leitung in der
Gemeinde zu verbinden. Auch dazu gebe es unterschiedliche Ansätze. Man könnte die geistliche
Dimension in den Vordergrund stellen, oder das Amt der Ältesten, die Verwaltung fördern oder sich als
Kollegium verstehen. Friedbert Neese bezeichnete sein Verständnis von geistlicher Leitung als
„strategisches Handeln im Horizont des Evangeliums“. Es stehe jedoch immer unter dem Vorbehalt,
dass letztlich Jesus selbst steuert. Kontovers wurde die von der Leitung des Landesverbandes
vorgeschlagene Erhöhung des Landesverbandsbeitrages um zwei Euro diskutiert. Einige Delegierte
wiesen darauf hin, dass sie als Gemeinden ohnehin mit schwierigen finanziellen Situationen zu
kämpfen hätten. Dennoch wurde der Erhöhung letztlich zugestimmt.
Nordwestdeutschland: Gott immer näher kommen
Gott ist im Gottesdienst und im Alltag erfahrbar. Doch wie nah kann man ihm dabei kommen? Dieser
Frage ging der Landesverband Nordwestdeutschland auf seiner Ratstagung in Osnabrück nach. Dr.
Heinrich Christian Rust, Pastor der Braunschweiger Friedenskirche, erinnerte in einer Bibelarbeit
daran, dass Jesus Christus sich den Menschen ganz zugewandt habe. Er habe sie angeschaut,
berührt und sich ganz nach ihnen ausgestreckt. Rust lud zu praktischen Übungen ein, um zu
versuchen, die Stimme Gottes in all den Stimmen des Alltags zu hören. Man könne Gott intensiver
erleben als man dies meine. Gebete und der Segen spielten dabei eine besondere Rolle - sowie die
Spiritualität, auch wenn dies mitunter unterschätzt werde. Die Tagung zählte 114 Abgeordnete und
zahlreiche Gäste, die von Wilma Lükenga-Kruse (Westoverledingen), Leiterin des Landesverbands,
begrüßt wurden. „Glauben vertiefen - Potenzial entfalten“ war das Thema von Dr. Oliver Pilnei (Elstal),
der über sein Institut für Mitarbeiter- und Gemeindeentwicklung berichtete. Zum Landesverband
gehören 43 Gemeinden und sieben Zweiggemeinden mit insgesamt 6.500 Mitgliedern.
Norddeutschland: Kinder stark machen
Wie kann man Gemeinden zu sicheren Orten für Kinder machen? Mit dieser Frage befasste sich die
Ratstagung des Landesverbandes Norddeutschland in Ahrensburg. Als Referent war der Leiter des
Gemeindejugendwerks, Pastor Christian Rommert (Elstal), eingeladen, der das Thema bundesweit
auf den Weg gebracht hatte. Er wies in seinem Vortrag zum Thema „So sicher wie das Amen in der
Kirche“ darauf hin, dass Gemeinden häufig nicht sicherer als andere Orte seien. Täter suchten gezielt
unsichere Orte wie Spielplätze und Jugendtreffs auf, um dort Kontakte zu möglichen Opfern zu
knüpfen. Damit Kinder in Gemeinden vor solchen Übergriffen geschützt werden, müssten sie bestärkt
und ermutigt werden, „Nein“ zu sagen. Mitarbeiter in Kinder- und Jugendgruppen müssen zudem
speziell in dem Thema sexuelle Gewalt geschult werden. Das Thema Missbrauch dürfe in Gemeinden
kein Tabuthema sein. Aus der Diskussion wurde deutlich, dass das Thema für einige Zuhörer neu und
erschreckend war. Zum neuen Landesverbandsleiter wurde Gerhard Vachek (Buchholz) gewählt. Sein
Vorgänger, Hans Kolthoff (Bad Schwartau), kandierte nicht mehr.
Diakoniewerk Kirchröder Turm saniert
Das Diakoniewerk Kirchröder Turm in Hannover ist erfolgreich saniert. Darauf
hat jetzt die Aufsichtsratsvorsitzende Viola Steinberg (Hannover) bei der Mitgliederversammlung
hingewiesen. Man habe nun „neue Möglichkeiten, die Zukunft zu gestalten“, so Steinberg. Vor 60
Teilnehmern meinte der Verwaltungsleiter des Werkes, Heinz Funk, dass der Jahresabschluss 2009
der beste seit 10 Jahren sei. Die positive Entwicklung sei unter anderem durch einen erheblichen
Gehaltsverzicht der Mitarbeiter erreicht worden. Im Rahmen des Projektes „Aufwind 2010“ war das
Werk seit 2004 aus wirtschaftlichen Gründen umorganisiert worden. So wurde der eigenständige
Betrieb der Bildungsstätte Kirchröder Turm aufgegeben. Sie fusionierte im September 2007 mit der
nahegelegenen Heimvolkshochschule des Stephansstiftes. Der Geschäftsführer und
Vorstandsvorsitzende des Werks, Pastor Michael Borkowski, führte zum Auftakt in das aus Schweden
stammende „Perlengebet“ ein. Dies sei eine Möglichkeit zur Spiritualität, die in allen Einrichtungen des
Diakoniewerkes bekannt gemacht worden sei. Die 18 Perlen erinnern an den großen Schatz des
Glaubens und sollen helfen, Gott im eigenen Leben zu entdecken. „Das ist etwas, was die 120
Mitglieder und die 230 Mitarbeiter des Vereins miteinander verbindet und auf die geistliche Mitte des
Werkes hinweist“, so Borkowski.
Der Ahorn schreibt schwarze Zahlen
Die baptistische Ferien-, Schulungs- und Tagungsstätte „Auf dem Ahorn“ in Nachrodt-Wiblingswerde
im Sauerland schreibt nach vielen Jahren wieder schwarze Zahlen. Auf diese positive Entwicklung
konnte der Leiter, Pastor Harald Bürzl, auf der jüngsten Mitgliederversammlung hinweisen. So sei die
Belegung um 1,5 Prozent auf insgesamt 10.898 Gesteigert worden. Dies allein habe allerdings nicht
zur Trendumkehr geführt. „Wir hatten auch viele Tagesgäste im Haus und auf dem Areal, und wir
haben zu Jahresbeginn 2009 Personal abgebaut“, so Bürzl. Insgesamt habe man mit weniger
Personal mehr Arbeit bewältigt. Dieser Zustand sei auf Dauer aber nicht haltbar. Deshalb sei sein Ziel,
die Zahl der Übernachtungen auch unter der Woche deutlich zu steigern. Im Mittelpunkt der
Mitgliederversammlung standen Wahlen. Der bisherige Vorsitzende, Heinz-Otto Beckmerhagen
(Hagen), legte den Vorsitz nach zehnjähriger Tätigkeit aus Altersgründen nieder. Er ist 70 Jahre alt.
Neuer Vorsitzender wurde der bisherige Schriftführer Hans-Joachim Rapp (Hagen). Das
abgeschieden mitten im Wald gelegene Haus verfügt über einen Spielplatz, einen Bolz- und einen
Grillplatz, eine Cafeteria und einen Tischtennisraum. Es hat 20 Zimmer mit 76 Betten im Gästehaus
und 14 Zimmer mit 40 Betten im Jugendhaus. Kontakt: www.aufdemahorn.de
Pastor Uwe Dammann scheidet aus dem Bethel-Vorstand aus
Der Baptistenpastor Uwe Dammann wird im Herbst 2010 wird seine Tätigkeit als theologischer
Vorstand im Diakoniewerk Bethel beenden. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die das dem
Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden nahestehende Diakoniewerk veröffentlicht hat. Wie es
weiter heißt, will Dammann „uneingeschränkt für die Vorstandsarbeit in der Diakoniegemeinschaft
Bethel zur Verfügung stehen“ können. Der 51-Jährige wird mit den Worten zitiert: „Wir setzen hiermit
einen neuen Schwerpunkt in der persönlichen und geistlichen Begleitung innerhalb der
Diakoniegemeinschaft.“ Die Diakoniegemeinschaft Bethel ist ein eigenständiger Verein neben dem
Diakoniewerk, in dem die Bethel-Schwesternschaft ihr Leben gestaltet. Zur Gemeinschaft gehören
etwa 80 Bethel-Diakonissen und weitere Diakonische Schwestern und Brüder. Im Aufsichtsrat des
Diakoniewerkes wurde Dammanns Entscheidung, der seit 2004 als Vorstand tätig ist, mit Verständnis
und Respekt entgegen genommen.
Bibeltage: Gott ist weder Mann noch Frau
Auf große Resonanz stießen drei Bibeltage in der Gemeinde Minden. Eine solche mindestens einmal
im Jahr stattfindende Veranstaltungsreihe dient der biblischen Unterweisung, nachdem die klassische
Bibelstunde in der Gemeinde abgeschafft wurde. Die Gemeinde hatte dazu den Elstaler
Alttestamentler Prof. Dr. Michael Rohde eingeladen, der zu den Themen „Gott und das Leid“, „Gott als
Mann oder Frau?“ und „Gott und der Anfang“ sprach. Mehr als 120 Besucher waren jeden Abend
zugegen. Besonders inspirierend sei für viele die Beschäftigung mit dem Thema „Gott als Mann oder
Frau“ gewesen, heißt es in einem Bericht der Gemeinde. „Selbstverständlich ist Gott kein Mann oder
eine Frau“, so Rohde, aber oft werden in Bibelauslegungen „weibliche Bilder“ von Gott ausgeblendet,
obwohl sie auch zur „Gemäldegalerie der Gottesbilder“ gehören. In der Bibel wird Gott sowohl mit
einer Mutter verglichen, die ihr Kind schützt und versorgt, als auch mit einer Bärenmutter, die ihr Kind
mit Gewalt verteidigt. Rohde ging auch auf die „Bibel in gerechter Sprache“ ein, die er gegen
überzogene Kritik verteidigte. Sie übersetze an manchen Stellen sehr sachgemäß, meinte er. Der
Pastor der Gemeinde, Michael Olfermann, zeigte sich begeistert von den Bibeltagen: „Michael Rohde
hat neue Lust am Bibellesen geweckt!“
Fotoevangelisation: „Gottes geliebte Menschen“ kommt an
Auf ein positives Echo stieß die Foto-Evangelisation „Gottes geliebte Menschen“ in der nur 66
Mitglieder zählenden Gemeinde Recklinghausen-Süd. Im Gemeindehaus war ein Fotostudio des
Dienstbereichs Mission eingerichtet worden. 97 Besucher ließen sich dort im Laufe des
Sonntagnachmittags fotografieren, darunter etwa die Hälfte Gemeindefremde. An den nächsten drei
Abenden hielt der fotografierende Pastor Carsten Hokema (Oldenburg), Regionalreferent Nord im
Dienstbereich Mission, drei Vorträge. Am letzten Abend wurden die Porträt-Bilder in einer Vernissage
gezeigt. Der Abend stand unter dem Motto „Gott, bin ich schön!?“ Am Programm beteiligte sich auch
der Elstaler Theologiestudent Thomas Bliese mit selbstgeschriebenen Liedern. Gemeindepastor Arno
Schmidt zeigte sich nach der Veranstaltungsreihe begeistert: Jeder Gast habe gespürt, dass er
willkommen gewesen sei. Es sei schon lange her gewesen, dass die Gemeinde so viele Gäste in
ihrem Gemeindehaus hatte. Hokema habe Mut gemacht, angesichts mancher Baustellen im eigenen
Leben nicht zu resignieren. Stattdessen gelte es, mit Gottes Hilfe auf die Betreffenden zuzugehen, um
die angespannte Beziehung zu klären. Viele Besucher seien später nach vorne gegangen, um sich als
Erinnerungshilfe zwei nicht zusammen passende Puzzle-Teile geben zu lassen. Schmidt: „Auch als
Gemeinde haben uns diese Tage weiter gebracht.“
Mit dem Jesusboot auf große Fahrt auf der Schlei
Ein „Jesusboot" ist über vier Monaten Bauzeit in der Flensburger Museumswerft vom Stapel laufen.
Das Boot geht auf einen spektakulären Fund im See Genezareth zurück. 1986 war der Wasserspiegel
so niedrig, dass der Grund sichtbar wurde. Spaziergänger entdeckten die Umrisse eines gesunkenen
Bootes. Archäologen datierten es in die Zeit zwischen 100 vor und 70 nach Christus. Es ist etwa 8
Meter lang und 2,3 Meter breit. Wahrscheinlich wurde es zum Fischfang eingesetzt. Es konnte etwa
15 Passagiere und eine fünfköpfige Besatzung sowie Ladung aufnehmen. Wahrscheinlich benutzte
Jesus mit seinen Jüngern ein ähnliches Boot. Das Originalboot war aus Zedern- und Eichenholz
gebaut. Der Nachbau wurde aus Linde und Eiche gefertigt. Das Nordelbische Bibelzentrum in
Schleswig will das Boot für erlebnispädagogische Fahrten auf der Schlei einsetzen. Die Kosten des
Nachbaus von etwa 80.000 Euro wurden durch Spenden aufgebracht. In der Gemeinde Flensburg
stößt das Jesusboot auf großes Interesse. Einige Mitglieder des Männerkreises und des
Frauenkreises hätten bereits ihr Interesse an einer Tour auf dem Boot bekundet, teilte
Gemeindepastor Christoph Weichert mit.
Lobpreis im Schnellrestaurant
Ein ungewöhnliches Konzertangebot in einem Schnellrestaurant in Siegen erfreut sich wachsender
Beliebtheit: Bei „Rock im King“ – im Burger King Restaurant im Stadtteil Weidenau - treten mindestens
einmal im Monat christliche und säkulare Bands auf, bei freiem Eintritt. Bei den ersten Konzerten im
vergangenen Jahr wurden durchschnittlich bis zu 50 Besucher gezählt. Mittlerweile seien über 150,
sagte der Organisator Alexander Pörsch. Die Konzerte wurden möglich, nachdem die
Schnellimbisskette im ersten Stock ihres Restaurants eine Bühne eingebaut hatte. Die Tontechnik-
Ausrüstung für die Konzerte leiht die Freie evangelische Gemeinde Siegen-Fischbacherberg aus.
Partner der Veranstaltungsreihe ist auch die Freie evangelische Gemeinde Haiger. Pörsch zufolge
sorgte der Auftritt des christlichen Musikers Tobias Hundt (Hüttenberg bei Gießen) mit rund 400
Gästen für einen Besucherrekord. Sowohl bei Christen als auch Nichtchristen komme das Angebot gut
an.
Britische Männer: Null Bock auf Kirche
Null Bock auf Kirche haben die meisten britischen Männer. In einem Laden für Damenunterwäsche
oder einem Krankenhaus fühlen sie sich wohler als auf Kirchenbänken. Das geht aus einer Umfrage
unter 1.000 Männern im Vereinigten Königreich hervor. Sie wurde auf der Messe für Kirchenbedarf
„Christian Resources Exhibition“ (CRE) in Esher bei London vorgestellt. In der Männerarbeit des
Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden wird die Umfrage mit Humor und Zustimmung zur
Kenntnis genommen. Die Umfrage wurde vom christlichen Männermagazin „Sorted“ (Sortiert,
Littlehampton) und der Organisation Christian Vision for Men (Christliche Vision für Männer,
Chesterfield) in Auftrag gegeben. Danach fühlen sich zwei Drittel der Befragten in einer Kirche unwohl,
aber nur die Hälfte in einem Geschäft für Damenunterbekleidung. Am größten ist die Abneigung der
Männer gegen Choräle. 67 Prozent finden es peinlich, in der Kirche zu singen. Toralf Lutz
(Friedrichroda), der amtierende Vorsitzende der Männerarbeit, meinte dazu, dass der Kern der
Umfrage auch für deutsche Männer nachvollziehbar seien. Auch sie hätten Probleme damit, dass
Frauen ihr Verständnis von Gemeindearbeit mehr und mehr umsetzten. Er kenne viele Männer, die
sich in den Gemeinden nicht ernst genommen fühlten.
Warum eine Sonntagsschularbeit im Libanon boomt
Die Partnerschaft zwischen einer Baptistengemeinde in Deutschland und im Libanon hat dazu geführt,
dass die Sonntagsschularbeit im Libanon auf deutlich größere Resonanz gestoßen ist. Davon
berichtete eine fünfköpfige Delegation der Baptistengemeinde in Khirbet Kanafar (Bekaa-Ebene) bei
einem Besuch in der Gemeinde Würzburg. Zur Partnerschaft gehört, dass man sich gegenseitig
informiert und füreinander betet. Die Sonntagsschule in Würzburg hatte zuvor auch Leinwandbilder
gestaltet und versteigert. Auf diese Weise waren rund 1.200 Euro zusammen gekommen. Mit dem
Geld wurden die einfachen Kellerräume in Khirbet Kanafar durch Wandmalereien verschönert. Zudem
wurden neue Möbel angeschafft. Die Folge: Der Besuch in der Sonntagsschule stieg innerhalb eines
Jahres von 25 auf 60 Kinder, die überwiegend aus muslimischen Familien stammen. Einige Kinder
bringen inzwischen sogar ihre Eltern mit in den Gottesdienst, hieß es.
Europahilfe: Suppenküchen reichen nicht
Nur Suppenkuchen zu betreiben, um Not zu lindern, reicht nicht aus. Davon ist die Mitkoordinatorin
des Hilfswerks-Dachverbandes European Baptist Aid, die Estin Helle Liht (Prag), überzeugt. Nötig sei
es vielmehr, den armen Menschen zum Nächsten zu werden, sagte sie in einem Vortrag zum Thema
„Die Veränderung des Armutsbegriffs in einer sich verändernden Gesellschaft“ der Europahilfe
unseres Bundes vor kurzem in Kassel. Menschen in Not dürften nicht zu Zahlen in Statistiken und
Objekten von Sozialprogramm degradiert werden. „Wenn die Armen keine Namen mehr haben und zu
Statistiken werden, dann wurde die Armut sogar noch vergrößert“, meinte Liht. Nötig sei es vielmehr,
Beziehungen zu den Hilfsempfänger aufzubauen und die Grenze zwischen Gebern und
Hilfeempfängern zu überwinden. Die Europahilfe unterstützt 56 Projekte mit einem Volumen von etwa
450.000 Euro im Jahr 2010.
Geflohene Baptisten aus Aserbaidschan erhalten Asyl in Graz
Eine christliche Familie aus Aserbaidschan, die nach Österreich geflohen war, hat dort in erster
Instanz Asyl erhalten. Das berichtet die Baptistengemeinde in Graz, mit der die Familie in Kontakt
steht. Wie es heißt, habe neben einer umfangreichen Dokumentation auch die Berichterstattung in der
christlichen Zeitschrift DIE GEMEINDE über den Fall mit dazu beigetragen, dass die Betreffenden nun
in Österreich bleiben können. Die Familie des Ingenieurs und Lehrers Yusifli Rafael war im Frühjahr
2009 geflohen, als sie gehört hatte, dass ihnen die Behörden nach dem Leben trachteten. Die
Berichterstattung hat auch dazu geführt, dass die Familie ihr neues Leben im Westen nicht völlig aus
dem Nichts habe aufbauen müssen. Denn die Berichte waren von Mitgliedern der Gemeinde
Lüneburg gelesen worden. In einem Gottesdienst über die Lage der verfolgten Christen wurde dann
gezielt über die Menschenrechtslage in Aserbaidschan informiert und für die Familie Yusifli gebetet
sowie auch eine Kollekte gesammelt. Insgesamt kamen so 5.000 Euro für die Flüchtlingsarbeit der
Baptistengemeinde Graz zusammen, bestätigte der Lüneburger Gemeindepastor Jürgen Bohle. Die
Familie sei durch die unerwartete Hilfe aus dem Ausland innerlich stark angerührt gewesen. Sie habe
darin auch einen Beweis der Güte und Treue Gottes gesehen. Bei einer Taufe hätten sich dann die
Mutter Jegana und ihr Sohn Vügar – gemeinsam mit sechs weiteren Personen – taufen lassen.
Großbritannien: Europa braucht Jesus
Die Gemeinden sollten sich stärker als bisher auf ihre Verpflichtung zur Mission erinnern und sie
wahrnehmen. Daran wurde auf der Baptistischen Versammlung in Plymouth erinnert. Das Treffen mit
1.500 Teilnehmern ist die gemeinsame Jahrestagung des Britischen Baptistenbundes und des
Missionswerks BMS World Mission. Es stand unter dem Motto „Ein Welt, eine Mission“. David Coffey,
der scheidende Präsident des Baptistischen Weltbundes, meinte in seinem Grußwort: „Es ist so leicht,
die große Vision zu verlieren. Bewahrt Eure Vision, macht sie groß und größer.“ Anne Wilkinson-
Hayer, die ursprünglich aus Großbritannien stammt und nun als Pastorin in Melbourne/Australien
arbeitet, sagte in einer Bibelarbeit: „Die Mission der Gemeinde hat großen Schaden erlitten, weil die
Leute ihre Sicht verloren haben.“ Beim Missionsabend rief Reuben Martin, ein BMS-Gemeindegründer
in Rouen/Frankreich, besonders die Pastoren dazu auf, ihn bei den Missionsbemühungen auf dem
Missionsfeld Europas zu unterstützen. Großbritannien sei schließlich so etwas wie das evangelikale
Zentrum Europas. Bei einer etwa gleich großen Bevölkerung gebe es in Großbritannien über 200.000
Baptisten und in Frankreich nur etwa 10.000. „Europa braucht Jesus, die Welt braucht Jesus and
braucht Leute wie dich und mich, um ihn bekannt zu machen“, sagte er.
Die EBM heißt nun EBM International
Die Europäische Baptistische Mission (EBM) heißt nun „EBM International“. Das beschloss die im
ungarischen Balantonszemes tagende Ratstagung der EBM. Damit soll unterstrichen werden, dass
die Mission weltweit und nicht nur innerhalb von Europa tätig ist, hieß es bei den Beratungen der über
100 Delegierten und Gästen. Das Treffen stand unter dem Motto „Die Gemeinde – Gottes Dynamik in
der Mission“. Der Dozent für Missiologie am Theologischen Seminar Elstal (FH), Michael Kisskalt,
erinnerte in einen Grundsatzvortrag, dass seit den Zeiten von Johann Gerhard Oncken (1800 – 1884)
die Gemeinde Träger der Weltmission sei. Ein Missionswerk könne ihr zwar die organisatorische
Arbeit abnehmen, dennoch bleibe die Gemeinde selbst in der Verantwortung für die Arbeit. Dies
müsse sich auch im Gemeindealltag zeigen, meinte Kisskalt und rief dazu auf, für Missionare zu
beten, mit ihnen in Kontakt zu treten, sich zu informieren, aber auch für sie zu spenden. Kisskalt war
selber von 1995 bis 1999 für die EBM als Missionar in Kamerun tätig. Er leitet ehrenamtlich die
Abteilung für Mission und Evangelisation der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF). In der
Diskussion wurde von verschiedenen Delegierten darauf hingewiesen, dass das Missionsfeld der EBM
nicht nur in den Ländern in Übersee liege, sondern auch in den europäischen Partnerländern. Zur
EBM gehören 26 Mitgliedsunionen aus Afrika, Lateinamerika und Europa. Sie betreut mit lokalen und
europäischen Mitarbeitern 33 Entwicklungs- und Missionsprojekte in Afrika, 12 in Lateinamerika und
38 in Indien.
Kurzzeitmissionseinsätze für Gemeinden
Missionarische Kurzzeiteinsätze in aller Welt plant die US-amerikanische Organisation „International
Commission“ (Lewisville im US-Bundesstaat Texas). Bei einem dreitägigen Treffen ihrer
Europaabteilung vor kurzem im Bundeszentrum Elstal wurden einige Einsätze in Europa vorbereitet.
Am Treffen in Elstal beteiligten sich mehr als 30 Teilnehmer aus 14 europäischen Ländern. Initiatoren
des Treffens waren Jerry und Janice Byrd, beide Regionalleiter in der Zentrale von International
Commission für Westeuropa. Jerry Byrd unterstrich die Notwendigkeit, Missionseinsätze in
Gemeinden mit diesen gemeinschaftlich zu entwickeln. Die gastgebenden Gemeinden hätten freie
Hand bei den Planungen. Scott Corwin, Pastor der Internationalen Baptistengemeinde Berlin, wies
darauf hin, dass internationale Missionseinsätze für die gastgebenden Gemeinden ein wichtiges
missionarisches Werkzeug seien. Derzeit veränderten sich viele Gemeinden in Europa. Dies führe
auch zu einer großen Offenheit für neue Formen der Gemeindeevangelisation. Dietrich Fischer-Dörl,
Leiter der Jugendarbeit des österreichischen Baptistenbundes, zog ein positives Fazit über die bisher
in Österreich erfolgten Einsätze mit International Commission. Das Echo sei „enorm“ gewesen.
Südliche Baptisten: Weniger Mitglieder, mehr Taufen
Mehr Taufen, weniger Mitglieder und weniger Spenden – so hat sich die größte protestantische Kirche
in den USA – der Bund der Südlichen Baptisten - im vorigen Jahr entwickelt. Das geht aus dem
Jährlichen Kirchenprofil des baptistischen LifeWay-Verlag hervor. Danach haben die Südlichen
Baptisten jetzt knapp 16,2 Millionen Mitglieder, ein Minus von 0,4 Prozent. Die Zahl der Taufen stieg
auf fast 350.000, ein Plus um 2,2 Prozent, nachdem zuvor vier Jahre lang sinkende Taufzahlen
gemeldet wurde. „Jede Taufe ist eine Feier, dass ein Mensch neues Leben in Jesus Christus
gefunden hat“, sagte Thom Rainer, der Direktor von LifeWay. Gleichzeitig bedauerte Rainer, dass das
traditionell starke evangelistische Engagement der Südlichen Baptisten stagniere. Statistisch gesehen
seien 46 Baptisten nötig, „um einen Menschen zum Glauben an Christus zu führen“. Die Taufzahl gilt
in der Kirche als der entscheidende Maßstab für effektive Evangelisationen. Die Zahl der Gemeinden
der Südlichen Baptisten wuchs leicht um 0,4 Prozent auf 45.010. Um denselben Prozentsatz
gestiegen ist die Zahl der sonntäglichen Gottesdienstbesucher, nämlich auf 6,21 Millionen. Als Folge
der Finanz- und Wirtschaftskrise sanken die Spenden für Mission um 1,8 Prozent auf 1,3 Milliarden
US-Dollar (1,1 Milliarden Euro). Die Südlichen Baptisten unterstützen rund 10.500 Missionare in aller
Welt. Die Beiträge, Spenden und Kollekten summierten sich im Jahr 2009 auf 10,8 Milliarden USDollar
(8,7 Milliarden Euro).
Kamerun: Viele halfen der kleinen Aissa
In der Weltmission kommt es immer wieder unspektakulär zur Zusammenarbeit von Missionswerken –
zum Wohl der Menschen dort. Ein Beispiel berichtet Martin Pusch, Missionar und Finanzverwalter der
EBM in Maroua/Kamerun. So hab er vor kurzem für die siebenjährige Aissa aus dem Krankenhaus
Meskine - unweit von Maroua –, einer Ärztin und einem Onkel Tickets gekauft, damit die drei nach
Togo fliegen konnten. Denn nachdem Aissa durch eine bakterielle Infektion ihr halbes Gesicht
verloren hatte, brauchte sie nun eine Operation zur Wiederherstellung des Gesichts. Eine solche
Operation war in Meskine nicht möglich. Tatsächlich konnte das Mädchen auf dem Missionsschiff
„Africa Mercy“ operiert werden. Alle Schiffe der „Mercy Ships“-Flotte sind schwimmende Kliniken auf
dem neuesten Stand. Eine junge britische Ärztin hatte einen Kreis von Unterstützern organisiert, der
die Flugkosten übernommen hatte. Martin Pusch: „Diese Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie wir hier
und da einen Beitrag leisten können. Im Falle von Aissa arbeiten offensichtlich viele Menschen
zusammen, damit es ihr wieder besser geht.“
Berlin: Radio Paradiso droht das Aus
Die Existenz des christlichen Hörfunksenders Radio Paradiso in Berlin ist bedroht. Die Medienanstalt
Berlin-Brandenburg will dem Sender die Lizenz nicht verlängern. Auf seiner Frequenz soll künftig das
Programm „Oldiestar“ zu hören sein. Doch die evangelische Kirche hat bereits protestiert. Auch
Baptisten gehören zu den Gesellschaftern des Senders, der sein Studio in Räumen der Immanuel
Diakonie Group am kleinen Wannsee betreibt. Im Moderatorenteam arbeitet auch der Baptistenpastor
Günter Mahler (Stuttgart) mit, der dort unter anderem das Kirchenmagazin „Mehr als Ja und Amen“
betreut und jeden Werktag mit einem aktuellen Kommentar „Mahler meint“ zu hören ist. Der Bischof
der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge (Berlin),
fordert die Medienanstalt auf, ihren Beschluss zu überdenken. Radio Paradiso zeige, „dass auch im
privaten Rundfunk ein Programm möglich ist, ohne dass dabei Anrufer veralbert, zu Glücksspielen
animiert oder mit teuren kostenpflichtigen Telefonnummern verführt werden sollen". Der Sender
erreiche jede Stunde durchschnittlich mehr als 30 000 Hörer. Neben einem ansprechenden
Unterhaltungsprogramm biete das Programm Andachten und Segensworte und sei daher zu erhalten.
ideaSpektrum – neu auch im Oncken-Vertrieb
Der Oncken Verlag (Kassel) vertreibt ab sofort neben eigenen Zeitschriften auch das
Nachrichtenmagazin ideaSpektrum. Für Oncken-Verlagsleiter Heinz Sager (Kassel) ist die wöchentlich
erscheinende Zeitschrift aus Wetzlar eine ideale Ergänzung des Oncken-Sortiments. Denn durch die
redaktionelle Neukonzeption der Zeitschrift DIE GEMEINDE werden dort nunmehr längere
Hintergrundberichte veröffentlicht. Wer dagegen Nachrichten aktuell gedruckt lesen möchte, wird von
ideaSpektrum umfassend informiert. Das Magazin berichtet über das Geschehen in der weltweiten
Kirche aus einer biblischen Perspektive. Wer noch schneller informiert sein möchte, für den gibt es als
Abonnenten den täglichen Newsletter, Twitter-Nachrichten oder die idea-Homepage www.idea.de.
Dort ist ideaSpektrum auch als elektronisches Magazin (E-Paper) schon Montagabend erhältlich (per
Post am Mittwoch). ideaSpektrum erscheint in einer verkauften Auflage von über 31.000 Exemplaren
und wird von einem unabhängigen, überkonfessionellen Verein herausgegeben. Als Vertreter unseres
Bundes arbeitet der frühere Bundesdirektor Eckhard Schaefer (Bremen) im idea-Vorstand mit.
Oncken-Chef Heinz Sager und idea-Chef Helmut Matthies hoffen, dass durch die
Vertriebspartnerschaft ideaSpektrum nun gerade auch in freikirchlichen Kreisen noch mehr Leser
findet. Kostenlose Probehefte und auch ein preisgünstiges Schnupperabo gibt es bei Oncken.
zeitschriften@oncken.de, Tel. 0561/52005-40
Andacht zum Monatsspruch Juli
So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf
deinen Gott. (Hos 12, 7)
So kann man sich irren
Irren ist menschlich – vor allem im Hinblick auf die eigene Person. Gut, wenn man dann Freunde hat,
die einem die Augen für die eigenen blinden Flecke öffnen. Auch, wenn das, was man sieht, nicht
immer angenehm ist. Der Satz aus dem Buch des Propheten Hosea hat so eine Situation vor Augen.
„Ich bin reich. Ich habe genug. Bei all meinen Mühen wird man keine Schuld an mir finden, die Sünde
ist.“ – So werden zwei Sätze weiter im Israel seiner Zeit offenbar weit verbreitete Überzeugungen
zitiert. Aber, wie gesagt: Irren ist menschlich. Damals und heute. Nein, Gott sieht die Situation der
Frommen in Israel ganz anders. Der Prophet Hosea nimmt die Decke der Selbstüberschätzung von
ihren Augen – und wer sein Wort hört und versteht, wird erkennen, wie es um ihn steht.
Was nun? Palmblätter der Selbstrechtfertigung pflücken und daraus einen Lendenschurz basteln, um
sich nicht ganz so nackt vorzukommen? Und dann hoffen, dass es keiner – vor allem er, Gott, es nicht
merkt? Irren ist menschlich – auch das Denken des Menschen über Gott ist nicht frei von Irrtümern.
Wer die Kapitel 11 und 12 im Buch des Propheten Hosea liest, entdeckt einen zugewandten,
menschenfreundlichen Gott. Einer, der sich nach (seinen) Menschen verzehrt. Der gar nicht anders
kann, als ihnen nachzugehen. Die Antwort Gottes auf den menschlichen Irrtum ist kein Wutausbruch,
sondern eine freundliche, liebevolle Einladung, anders zu leben. Noch einmal neu anzufangen. Der
biblische Fachbegriff dafür ist „Umkehr“. Deshalb findet sich in einer Bibel-Ausgabe die sachgemäße
Übersetzung: Du darfst umkehren.
Diese Umkehr ist mehr als ein Gedanke – auch mehr als ein Bekenntnis. Die Menschen täuschen sich
ja nicht in ihrem Bekenntnis, sondern sie trennen Bekenntnis und Alltag. Gerade an dieser Stelle sind
sie blind: Deshalb werden sie aufgerufen, zu Barmherzigkeit und Recht zurückzukehren. Dass auch
der Nächste zu seinem Recht kommt – das ist ein hohes Gut, und es soll sorgfältig beachtet werden.
So kann man sich irren – wie gut, dass dieser Gott ganz anders ist, als man manchmal meint. Einer,
der nicht nur Treue einfordert, sondern selbst treu ist. Einer, der nicht aufrechnet, sondern gerecht
macht. Einer, dem es nicht nur um das richtige Bekenntnis geht, sondern um Barmherzigkeit, die
niemanden ausschließt. Diesem Gott kann man sich anvertrauen. Seine Einladung, umzukehren, ist
eine Einladung zum Leben.
Thomas Seibert

 

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