Komponist der Moldau Zum 125. Todestag von Bedrich Smetana 12.05.1874

Komponist der Moldau  Zum 125. Todestag von Bedrich Smetana  12.05.1874

Bedřich Smetana wurde als achtes Kind von František Smetana (1777–1857) geboren. Seine Mutter, des Vaters dritte Ehefrau, hieß Barbora Smetana geb. Lynková (1792-1864).[1] Sein Vater war Bierbrauer im Dienst von Familien aus böhmischen Adelsgeschlechtern, wie Waldstein, Czernin und anderen. Bedřich Smetana wurde auf den Namen Friedrich getauft. Zu Hause und während seiner Schulzeit sprach Smetana stets deutsch. Erst als Erwachsener entwickelte er ein tschechisches Nationalgefühl, erlernte die tschechische Sprache und änderte seinen Vornamen bewusst zur tschechischen Namensform Bedřich. Sein erster tschechischer Brief stammt aus dem Jahre 1856, in seinen Tagebüchern verwendete er jedoch die deutsche Sprache bis 1861.

Smetana bekam schon mit vier Jahren Geigen- und Klavierunterricht. Von einem Auftritt von Franz Liszt an einem Konzert in Prag war er so begeistert, dass er darüber die Schule vergaß. Sein Vater schickte ihn deshalb auf das Prämonstratenser-Gymnasium in Pilsen, welches er von 1840 bis 1843 besuchte. In dieser Zeit befreundete er sich mit Kateřina Kolářová, einer guten Pianistin, die seine erste Frau wurde. Von 1843 bis 1847 war er in Prag als Musiklehrer tätig und studierte Klavier bei Josef Proksch. Wie sein Vorbild Wagner nahm Smetana an der Revolution von 1848/49 teil, doch eröffnete er zugleich in Prag seine eigene Musikschule. Im Mai 1853 kam seine älteste Tochter Žofie zur Welt, später folgte noch eine zweite Tochter.

1856 verließ Smetana aus politischen Gründen seine Heimat, um in Göteborg (Schweden) die Philharmonische Gesellschaft zu leiten. Hier traf er den berühmten Violinisten Ferdinand Laub, mit dem er gemeinsame Konzerte veranstaltete. Auf einer Rückreise von Göteborg nach Prag starb Smetanas Frau Kateřina am 19. April 1859 im Alter von 32 Jahren in Dresden an Tuberkulose. Im Sommer desselben Jahres verlobte er sich mit Bettina Ferdinandová, einer Schwägerin seines Bruders Karel, und heiratete sie im Juli 1860. Im Jahre 1861 wurde die Tochter Zdeňka geboren und 1863 eine weitere Tochter Božena.

Nach dem Ende des österreichischen Absolutismus kehrte Smetana 1861 endgültig nach Prag zurück und arbeitete rastlos für die tschechische Nationalbewegung. Der neue Aufschwung führte 1861 zur Gründung des patriotischen Gesangvereins Hlahol, den er von 1863 bis 1865 leitete.

Smetana war von 1865 bis 1869 Dirigent der tschechischen Philharmonischen Konzerte, von 1864 bis 1865 Musikkritiker an der Zeitung Národní listy, von 1863 bis 1870 Vorsitzender der Musikabteilung des Vereins Umělecká Beseda und von 1866 bis 1874 als Nachfolger Karl Komzáks Erster Kapellmeister des tschechischen Interimstheaters – České Prozatimní Divadlo. Im Jahre 1874 erkrankte Smetana schwer, ertaubte und zog sich aus der Öffentlichkeit weitgehend zurück. Smetana zog zu seiner Tochter Žofie und ihrem Mann Josef Schwarz, einem Förster, nach Jabkenice aufs Land. Dort arbeitete er als Komponist weiter.

 

Im Zuge der Entstehung der Festoper Libusa entstand auch der Zyklus sinfonischer Dichtungen Mein Vaterland (Má Vlast). Erst als vierteiliger Zyklus angelegt, wurde er 1878-79 durch die Stücke Tábor und Blaník erweitert.

Er litt an starken Ohrgeräuschen (Tinnitus). Tag und Nacht hörte er das „schrille Pfeifen eines As-Dur-Sextakkords in den höchsten Registern der Piccoloflöte“, das ihn beim Komponieren stark behinderte. So hat er seine Librettistin immer wieder gebeten, nicht so viele Ensembleszenen zu schreiben, da ihn das Komponieren solcher Szenen sehr viel Kraft und Konzentration kostete. Kurz vor seinem Tod wurde der erschöpfte Smetana noch in eine psychiatrische Klinik eingeliefert, wo er am 12. Mai 1884 verstarb. Er wurde auf dem Vyšehrader Friedhof in Prag beigesetzt. An Smetanas Todestag beginnt alljährlich der Prager Frühling, ein internationales Kunst- und Musikfestival.

 

[Foto und Text: Wikipedia]