Zum 500. Geburtstag von Paul Eber (* 08.11.1511)

Zum 500. Geburtstag von Paul Eber (* 08.11.1511)

Paul Eber wurde als Sohn eines Schneiders mit Namen Johann († 23. Mai 1534 in Wittenberg) und dessen Frau Magarethe Pfleumin in Kitzingen in der heutigen Falterstraße geboren. Er erhielt seine Vorbildung in der Heimatschule Kitzingen und bezog 1523 die Lateinschule in Ansbach. Im Alter von 13 Jahren wurde er von einem durchgehenden Pferd abgeworfen und eine halbe Stunde mitgeschleift. Seit diesem Unglücksfall blieb er immer etwas verkrümmt. Aufgrund seines Talents wurde er jedoch gefördert und unterstützt, so dass er ab 1525 die Lorenzschule und das damalige Ägidiengymnasium in Nürnberg besuchen konnte.

Am 1. Juni 1532 immatrikulierte er sich an der Universität Wittenberg, wo er Philipp Melanchthon auffiel, vom ihm gefördert wurde und zeitlebens mit ihm verbunden blieb. Deswegen nannte man ihn wohl auch das „Respectorium Philippi“. In Wittenberg erlangte er am 27. April 1536 die philosophische Magisterwürde und wurde im April 1537 in den Senat der philosophischen Fakultät aufgenommen. Von nun an begann er selbst zu unterrichten. Seine Repetitionen und Disputationen der Philosophie, der Physik und der alten Autoren zogen immer mehr Studenten an, so dass er am 11. Juli 1541 als Festanstellung die Professur der lateinischen Sprache von Kurfürst Johann Friedrich erhielt.

Infolge eines kurfürstlichen Reskripts vom 30. Dezember 1543 erhielt der Kitzinger Gelehrte die vordem von Veit Amerbach eingenommene Professur für Physik. Im Sommersemester 1544 wurde Eber Professor der lateinischen Grammatik und trat in den akademischen Senat der Universität Wittenberg ein. Die durch die Folgen des Schmalkaldischen Krieges unterbrochene Tätigkeit an der Wittenberg Akademie nahm der in Wittenberg verbliebene Eber mit dem Wintersemester 1547 wieder auf. 1550 wurde er Dekan der philosophischen Fakultät.

Bereits zeitig wirkte er an kirchlichen Angelegenheiten mit. So findet man ihn auf dem Konvent in Pegau, in zahlreichen Eintragungen der Kirchenvisitationen der sächsischen Kurkreise im Jahre 1555 und auf dem Kollogium in Worms (1557). Als er am 26. April 1557 die erledigten Ämter des verstorbenen Johann Forster übernahm, erhielt er die Lehrkanzel für die hebräische Sprache, und die Oberpredigerstelle an der Wittenberger Schlosskirche. Nach dem Tod Johannes Bugenhagens am 20. April 1558, übernahm er dessen Stelle als Generalsuperintendent des sächsischen Kurkreises und wurde damit Oberpfarrer an der Wittenberger Stadtkirche.

Als Pfarrer der Mutterkirche der Reformation wurde er Professor der Theologie und Generalsuperintendent. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er 1559 zum Doktor der Theologie promoviert. Nach dem Tode Philipp Melanchthons 1560 wurde er Mitglied der Theologischen Fakultät und war ab dieser Zeit die wichtigste Gestalt der evangelischen Kirche im Zentrum der Reformation, wobei er weiterhin Melanchthons Mittlerposition in einer Zeit sich verschärfender dogmatischer Gegensätze einnahm. Er hat die Intentionen Martin Luthers zu vermitteln gewusst und konnte daher in den Auseinandersetzungen der Gnesiolutheraner und Kryptocalvinisten vermitteln. Auch war er für die Universität als Rektor im Wintersemester 1551 und im gleichwertigen Prorektoramt im Sommersemester 1557 tätig.

Seine tiefe Religiosität drückt sich in seinen Kirchenliedern aus, die ihn zum wichtigsten Dichter neben Luther im Zentrum der Reformation machten. Nach einem arbeitsreichen Leben in der evangelischen Kirche verstarb Paul Eber in Wittenberg. Er wurde in der Wittenberger Stadtkirche beigesetzt. Vermögende Bürger stifteten zu seinem Gedächtnis ein Epitaph. Dieses von Lucas Cranach d. J. gestaltete Epitaph, Der Weinberg des Herrn, ist heute noch eines der bedeutendsten Werke in der Wittenberger Stadtkirche.

"Text und Foto: Wikipedia)