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Wort zum Tag

Die tägliche, alltagstaugliche Auslegung eines Bibelverses aus der Losung von ERF Plus.

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Monatsspruch Juni 2021

 

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.


 Apostelgeschichte 5,29 


Gedanken zum Monatsspruch Juni

Gehorsam galt für lange Zeit als eine Tugend. Zahlreich sind die Aufforderungen der Bibel, Gott, den Eltern, dem König, der Obrigkeit zu gehorchen. Seit Kirche zu einem hierarchischen System wurde, spielte der Gehorsam eine herausragende Rolle zur Sicherung der Macht.

Bis in die Zeit der NS-Diktatur wurde Röm 13,1: Jedermann sei untertan der Obrigkeit(!) als Aufforderung zu blindem, weil kritiklosem Gehorsam gedeutet. Dass Ungehorsam im Falle eines Unrechtsstaates notwendig werden könnte, der zu millionenfachem Mord als Waffe gegen einen Teil seiner eigenen Bürger griff, haben sich nur wenige wie Bonhoeffer und seine Mitverschwörer vorstellen wollen.

Dabei finden sich auch dafür Hinweise in der Bibel. Bileam muss von seinem eigenen Esel genötigt werden, der Forderung nicht zu folgen, Israel im Auftrag seiner Feinde zu verfluchen.

Propheten haben sich trotz massiver Bedrohung ihres Lebens nicht zum Schweigen bringen lassen. Und auch die Apostel haben sich nicht den Mund verbieten lassen. Als sie zur Rede gestellt werden, warum sie den vorher erteilten „Maulkorberlass“ missachtet hatten, begründen sie ihre Gehorsamsverweigerung mit dem Satz: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Damit liegen sie auf einer Linie mit der Aussage Jesu zur Frage der Kopfsteuer: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist!

Gedeutet wurde der Satz so: Gebt dem Kaiser nicht, was nur Gott gebührt! Anbetung gebührt nur Gott. Jeweils zu prüfen, was in welcher Situation angemessen ist. bleibt eine anspruchsvolle und bisweilen unbequeme Frage.

Wo aber beginnt die Notwendigkeit, sich Anordnungen zu verweigern?

Wenn bestimmte Gemeinden russlanddeutscher Baptisten sich nicht an staatlich angeordnete Schutzmaßnahmen halten wollten, dann können sie sich nicht auf Apg 5 berufen. Denn im Falle einer gefährlichen Pandemie rechtfertigt der Schutz von Menschenleben die zeitweise Einschränkung von Grundrechten.

Grundsätzlich profitieren wir als Christen genau wie alle anderen Religionen vom Grundrecht der Glaubens- und Meinungsfreiheit. Das demokratische Grundrecht der Religionsfreiheit soll die friedliche(!) Religionsausübung schützen. Religiös begründete Gewalt ist selbstverständlich nicht dadurch gedeckt.

Auch uns stellt sich die Frage immer wieder neu, wann wir Gott mehr als Menschen gehorchen müssen. Im Falle des sog. Kirchenasyls zum Schutz von Flüchtlingen vor einer lebensbedrohlichen Abschiebung muss man genau abwägen, was zu tun oder zu unterlassen ist. Aber auseinandersetzen mit solchen Fragen sollten wir uns schon. Nur so ist man vorbereitet, sollte der Fall eintreten.            

Siegfried Wolf


 


Jahreslosung 2021

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!

Lukas 6, 36


Gedanken zur Jahreslosung 2021

Dieses Bibelwort soll uns ein ganzes Jahr begleiten. Es soll uns an etwas Wichtiges erinnern. Es ist der sogenannten Feldrede Jesu entnommen. Sie hat mit der Bergpredigt des Matthäusevangeliums vieles gemeinsam. Es geht um die neuen Maßstäbe des Gottesreichs, von dem Jesus unentwegt gesprochen hat.

Wer sich auf diese schon angebrochene, aber noch nicht vollendete Größe einlässt, der lernt, was in Zukunft uneingeschränkt gelten wird. Dazu gehört unbedingt die Barmherzigkeit. Was soll man sich darunter vorstellen?

Das hebräische Wort racham bedeutet zweierlei: Mutterschoß/Gebärmutter und Barmherzigkeit/Erbarmen. Barmherzigkeit ist also eine weibliche Eigenschaft. Ein katholischer Ausleger schreibt: "Die Gefühle, die eine Mutter empfindet, die ihr Neugeborenes zum ersten Mal in den Händen hält, kommt der eigentlichen Bedeutung des Begriffs 'Barmherzigkeit' im Sinne von 'zärtlichem Erbarmen' am nächsten. So lässt sich auch das Verhältnis des himmlischen Vaters zu seinen Kindern am besten beschreiben."

Wer Gott begegnet, der erfährt ihn als den Barmherzigen. Er spürt, dass er einem Gott begegnet, der uns wie ein liebevoller Vater oder eine warmherzige Mutter ansieht und auch so behandelt. Wir sind bei Gott keine Heiligen, aber er behandelt uns dennoch mit erkennbarer Hochachtung und ausgesuchter Wertschätzung. Seine Barmherzigkeit geht aller unserer Bemühung um ein moralisch einwandfreies Leben voraus. Man kann statt des „Seid barmherzig“ auch „Werdet barmherzig“ übersetzen. Dann sind wir eingeladen, uns auf eine Entwicklung zu wachsender Barmherzigkeit einzulassen. Denn wer Gott als dem barmherzigen Vater oder als großherziger Mutter begegnet, den wird das notwendigerweise verwandeln. Wer nämlich in Beziehung zu jemandem steht, der andere mit Barmherzigkeit überschüttet, der kann unmöglich unbarmherzig, herzlos oder engherzig bleiben. Es gibt keine stärkere Veränderungskraft als Gottes Barmherzigkeit.

Dahinter will niemand mehr zurück, der wahrgenommen hat, dass Gott uns unverdient mit Vergebung unserer Schuld, mit Verantwortung für unser Leben, mit Begabungen des Geistes beschenkt hat. Kleinliches Aufrechnen, wie viel mir der andere noch schuldet, nachdem mir alle Schuld vergeben wurde, ist unmöglich (vgl. Mt 18: Schalksknechtsgleichnis). Um Gottes Barmherzigkeit willen, lernen wir, in möglichst jeder Situation und in jeder Beziehung, barmherzig zu sein.

365 Tage sind eine gute Frist, Gottes Barmherzigkeit gründlich einzuarbeiten.

Dazu wünsche ich uns allen gutes Gelingen!

Siegfried Wolf


Das Kirchenjahr

Gebete

Warum beten?

Warum beten?
Ein Mensch öffnet sich Gott, wenn er betet. Ein Mensch öffnet sich dem anderen Menschen, wenn er mit ihm redet. Ein Mensch öffnet sich Gott, wenn er betet. Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott. Wer betet, ehrt Gott, denn Gott will, daß wir zu ihm reden. Was können wir ihm sagen? Vor allem...

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" ... wie auch wir vergeben unseren Schuldigern."

" ... wie auch wir vergeben unseren Schuldigern."
Beten befreit. Viele Menschen beten, einige zu meinem Gott, Sie ahnen schon: Dem aus der Bibel. Andere beten „irgendwohin“ – wird es dadurch genereller? Die Bibel gibt Anweisungen und Erklärungen für das Gebet. Wir alle kennen wohl die Psalmen oder auch das Vaterunser. Dort werden wir auch mit...

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Das "Vater unser"

Das "Vater unser"
  Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem...

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Das “Friedensgebet” von Franz von Assisi

Das “Friedensgebet” von Franz von Assisi
  Oh Herr, mache mich zu einem Werkzeug Deines Friedens.                        Dass ich Liebe übe, da wo man mich hasst; dass ich verzeihe, da wo man mich beleidigt; dass ich verbinde, da...

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Das “Morgengebet“ von Dr. Martin Luther

Das “Morgengebet“  von Dr. Martin Luther
Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast,und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, dass dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle...

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Das “Abendgebet“ von Dr. Martin Luther

Das  “Abendgebet“ von Dr. Martin Luther
  Ich danke dir, mein himmlischer Vater,  durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich...

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